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Coronavirus - Biochemiker: "Die Natur hat schon Möglichkeiten, uns zu ärgern"

PODCASTNeue Medikamente  

Wie Forscher die Achillesferse des Virus suchen

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

29.04.2020, 17:28 Uhr
Coronavirus - Biochemiker: "Die Natur hat schon Möglichkeiten, uns zu ärgern". Prof. Dr. Volker Haucke: Die Suche nach der Achillesferse eines Erregers. (Quelle: Silke Oßwald)

Prof. Dr. Volker Haucke: Die Suche nach der Achillesferse eines Erregers. (Quelle: Silke Oßwald)

Ein Medikament gegen Covid-19 käme der gesamten Menschheit zugute. Doch wie findet die Wissenschaft einen passenden Wirkstoff? Biochemiker Volker Haucke erklärt, wie die Suche abläuft.

Bei der Suche nach einem neuen Medikament gegen eine Krankheit wie Covid-19 gibt es verschiedene Strategien. "In früheren Zeiten war das häufig dem Zufall geschuldet", sagt Professor Volker Haucke, Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie in Berlin. Heutzutage sei entscheidend, "dass wir etwas über die Krankheit und ihren Erreger, in diesem Falle ein Virus, wissen". So könne gezielt nach der "Achillesferse eines solchen Erregers" gesucht werden, erklärt Haucke im Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

Ein mögliches Medikament gegen Covid-19 müsste zum Beispiel verhindern, dass das Coronavirus in die menschlichen Zellen gelangen kann. Wie genau das bei Sars-CoV-2 funktioniert, wissen Forscher bereits, erklärt Haucke im gemeinsamen Podcast von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft: "Da haben wir einen großen Vorteil, weil die Molekularbiologie in den letzten Jahren uns enorm gutes Rüstzeug beschert hat, um relativ schnell dieses doch eher neuartige Virus zu verstehen."

Wenige Medikamente für viele Krankheiten

Das Grundproblem in der Medikamentenentwicklung sei: "Es ist sehr teuer." Deswegen konzentrierten sich große Pharmafirmen nur auf einige Wirkstoffe. "Es gibt verhältnismäßig wenige Medikamente auf dem Markt für erstaunlich viele verschiedene Krankheiten", sagt Haucke. 

So könne es auch noch dauern, bis ein auf das Coronavirus passendes Medikament gefunden ist. "Das Zeitfenster, glaube ich, wird länger sein als das Zeitfenster zur Entwicklung eines Impfstoffs", sagt Haucke. Mit einem Impfstoff rechnen Experten frühestens im kommenden Jahr. Die Entwicklung eines neuartigen Medikamentes sei kompliziert und teuer, erklärt Haucke, und: "Sie müssen natürlich die Sicherheit dieses Medikaments ziemlich genau prüfen."

Erkenntnisse der Corona-Forschung können helfen

Doch selbst dann, wenn ein neues Medikament gegen Covid-19 gefunden ist, sei die Gefahr noch nicht gebannt. "Wir werden auch in Zukunft sorgsam darauf achten müssen, dass wir unser Gesundheitssystem nicht vernachlässigen", sagt Haucke. Auch neue Pandemien werde es geben.  "Die Natur hat schon Möglichkeiten, uns zu ärgern"

Biochemiker Haucke geht aber davon aus, dass die Strategien, wie ein Medikament das Eindringen des Coronavirus in eine Zelle verhindert, auch gegen andere Erreger helfen könnte. Es werde immer eine Anpassung und einen gewissen Vorlauf brauchen, sagt Haucke: "Aber die Grundprinzipien, die wir hier entwickeln, die sollten auch für andere Erreger nutzbar sein."

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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