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Coronavirus - "Es sind die Mütter, die von dieser Krise besonders betroffen sind"

PODCASTBildungsökonomin zu Corona  

"Es sind die Mütter, die von dieser Krise besonders betroffen sind"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

04.05.2020, 06:00 Uhr
Coronavirus - "Es sind die Mütter, die von dieser Krise besonders betroffen sind". Bildungsökonomin Katharina Spieß: "Wir wissen, dass gute Kinderbetreuung auch Effekte auf das spätere Einkommen haben kann." (Quelle: DIW - B. Dietl)

Bildungsökonomin Katharina Spieß: "Wir wissen, dass gute Kinderbetreuung auch Effekte auf das spätere Einkommen haben kann." (Quelle: DIW - B. Dietl)

Die wegen des Coronavirus geschlossenen Kitas könnten Kinder bis ins Berufsleben hinein benachteiligen, sagt Expertin Katharina Spieß. Doch Kinder sind nicht die einzigen, die unter den Folgen leiden.

Die Corona-Krise mit geschlossenen Kitas und Schulen wirft vor allem berufstätige Mütter zurück, sagt Bildungsökonomin Katharina Spieß vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. "Ein Großteil des Anstiegs in der Mütter-Erwerbstätigkeit geht auf staatlich finanzierte Betreuungsleistungen zurück", erklärt die Forscherin bei "Tonspur Wissen", dem gemeinsamen Podcast von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft. Hören Sie hier die komplette Folge:

"Es sind die Mütter, die von dieser Krise besonders betroffen sind", sagt Spieß. Um deren Alterseinkommen und die Berufskarriere zu sichern, schlägt sie vor, ein Corona-Elterngeld und eine Corona-Elternzeit einzuführen, die beide Eltern zu gleichen Teilen nutzen. "Und wir müssen tatsächlich sehr verantwortungsvoll über eine schrittweise Öffnung von Kindertageseinrichtungen nachdenken", erklärt die Forscherin im Gespräch mit Moderatorin mit Ursula Weidenfeld.

Jetzt reagieren, künftige Probleme vermeiden

Das kommt laut Spieß langfristig auch der Wirtschaft zugute. Kinder profitierten von einer guten Kita nicht nur in der Schule, sondern meist durch ein höheres Einkommen später im Berufsleben. Auch der Fachkräftemarkt sei betroffen. "Wir müssen uns darüber klar werden, dass, wenn wir jetzt verpassen, uns Gedanken zu machen, wie wir dieses Humanpotenzial gut begleiten und fördern, dass wir dann in 30, 20 Jahren große Probleme haben", sagt die Bildungsökonomin.

Außerdem sollten systemrelevante Berufe, etwa in der Pflege oder in Kitas, aufgewertet werden, "und zwar nicht nur über ein Klatschen auf Balkonen, sondern durch eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen", fordert Spieß, vor allem in staatlich betriebenen Einrichtungen: "Da kann Politik durchaus was tun."

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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