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Coronavirus - "Wir benötigen eine Aufbereitung von Wissenschaft für Laien"

PODCASTFolgen der Pandemie  

Psychologe fordert "Expertenwissen für alle"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

06.05.2020, 06:00 Uhr
Coronavirus - "Wir benötigen eine Aufbereitung von Wissenschaft für Laien". "Die Bedeutung des freien Zugangs zu Wissenschaft ist enorm gestiegen", sagt Psychologie-Professor Michael Bosnjak. (Quelle: ZPID)

"Die Bedeutung des freien Zugangs zu Wissenschaft ist enorm gestiegen", sagt Psychologie-Professor Michael Bosnjak. (Quelle: ZPID)

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie viele Menschen sich für wissenschaftliche Ergebnisse interessieren. Doch dabei gibt es Probleme, sagt der Psychologe Michael Bosnjak im Podcast "Tonspur Wissen".

Seit der Corona-Krise interessieren sich auch Laien mehr für wissenschaftliche Ergebnisse. Das sagt Michael Bosnjak, Direktor des Leibniz-Instituts für Psychologische Information und Dokumentation in Trier. "Die Bedeutung des freien Zugangs, wir nennen es Open Science, ist enorm gestiegen", erklärt der Wissenschaftler im Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

In der Psychologie etwa finde ein intensiver Austausch auf Twitter statt, an dem sich auch Laien beteiligten, erklärt Bosnjak im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld. Er zweifle jedoch an, "dass diese Laien überhaupt sinnvolle Schlüsse ziehen können" – einerseits wegen der Fachsprache und andererseits wegen der fehlenden Einordnung von Forschungsergebnissen.

Sein Institut bereite daher ein Projekt vor, in dem wissenschaftliche Ergebnisse laiengerecht aufbereitet würden. Nötig seien Formen der Wissenschaftskommunikation auch für Nicht-Wissenschaftler, also "Expertenwissen für alle", sagt Bosnjak.

Wie forscht man am besten ohne direkten Kontakt?

Seit dem Ausbruch des Coronavirus' in Deutschland hat sich laut dem Wissenschaftler auch die Forschung in der Psychologie verändert. Direkter Kontakt zu Studienteilnehmern sei nicht mehr möglich. "Persönliche Interviews finden praktisch nicht mehr statt", erklärt Bosnjak. "Wir sehen auch, dass keine Laborexperimente mehr stattfinden und auch Geräte-intensive Forschung findet nicht mehr statt", wie etwa mithilfe von Magnetresonanztomographie (MRT) oder Elektroenzephalogramm (EEG).

Dafür werde ein anderes Feld deutlich populärer: die Online-Forschung. "Was hier begünstigend dazu kommt, ist, dass die Erreichbarkeit von Personen deutlich besser ist als früher, weil alle zu Hause sitzen", sagt Bosnjak. Es werde als willkommene Ablenkung gesehen, an einer Online-Forschung teilzunehmen.

Der Umgang mit Mangel und Überfluss

Die Psychologie beschäftige sich zudem traditionell mit aktuell relevanten Themen, erklärt der Forscher. Das sei auch in der Flüchtlingskrise 2015 so gewesen. So wisse man auch aus Bedrohungslagen in anderen Ländern, wie Kriege und Seuchen, dass Menschen auch sehr flexibel reagieren könnten und "dass Menschen mit einem Mangel tendenziell – zumindest über eine befristete Zeit – eher besser umgehen können als mit dem Überfluss."

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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