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Coronavirus - Experte: "Hygiene heißt nicht nur, die Hände zu desinfizieren"

PODCASTExperten zu Corona-Folgen  

"Hygiene heißt nicht nur, die Hände zu desinfizieren"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

15.05.2020, 12:43 Uhr
Coronavirus - Experte: "Hygiene heißt nicht nur, die Hände zu desinfizieren". Eine Frau desinfiziert ihre Hände: Zu einer guten Hygiene gehört noch viel mehr. (Quelle: imago images/Westend61)

Eine Frau desinfiziert ihre Hände: Zu einer guten Hygiene gehört noch viel mehr. (Quelle: Westend61/imago images)

Hygiene und Desinfektion stehen seit dem Corona-Ausbruch im Fokus. Deutsche Forscher haben ein Mittel entwickelt, das wirkt und dazu noch günstig ist. Trotz Krise kommt es vorerst nicht auf den Markt.

Die Corona-Pandemie lässt die Menschen anders über Hygieneregeln denken. Das sagen die Experten Jörn Winter und Ansgar Schmidt-Bleker vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie in Greifswald. "Jeder muss sich darüber bewusst sein, was er da gerade tut und ob er vielleicht andere Leute damit gefährden kann", sagt Schmidt-Bleker im Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

Auf Dauer werden laut Schmidt-Bleker wohl die Hygienemaßnahmen, die aus einigen asiatischen Ländern bekannt seien, auch in Deutschland zur Normalität – etwa die Handdesinfektion unterwegs oder das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit. Schon jetzt sei die Erwartungshaltung der Menschen, sagt Winter, dass etwa in Einkaufszentren für ausreichende Hygiene gesorgt werden müsse: "Zudem hat sich auch die Sensibilität verändert, wie die Leute mit Hygiene und Hygienemaßnahmen umgehen."

"Hygiene heißt ja nicht unbedingt, dass ich mir ständig die Hände desinfiziere", erklärt Schmidt-Bleker, sondern: "Zu welchem Zeitpunkt muss ich mir die Hände waschen?" Dafür müssten dann auch die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden, etwa genügend Seife und Desinfektionsmittel in Schulen.

Neues Gerät könnte das Desinfektionsproblem lösen helfen

Schmidt-Bleker und Winter haben eine Lösung entwickelt: ein Gerät, das direkt vor Ort Desinfektionsmittel herstellt, wann immer es gebraucht wird. Aus zwei Flüssigkeiten werde dabei ein Wirkstoff gebildet, erklärt Winter: "Und dieser Wirkstoff ist nur sehr, sehr kurzlebig. Sowie Sie keine Ausgangsstoffe mehr nachliefern, wird der Wirkstoff auch nicht mehr gebildet."

Winter und Schmidt-Bleker demonstrieren ihre selbst entwickelte Händedesinfektion: zwei Mittel zusammengemixt ergeben den Wirkstoff. Welche das sind, verraten die Forscher noch nicht.  (Quelle: INP)Winter und Schmidt-Bleker demonstrieren ihre selbst entwickelte Händedesinfektion: zwei Mittel zusammengemixt ergeben den Wirkstoff. Welche das sind, verraten die Forscher noch nicht. (Quelle: INP)

Das bedeute auch, dass das Mittel nicht tief in die Haut eindringen könne, sagt Schmidt-Bleker. Das sei besser für die Haut. Aus 60 Litern Konzentrat könnten Mittel hergestellt werden, die für eine Million Händedesinfektionen reichten. Doch eine Zulassung fehlt den beiden Forschern noch. Die verantwortliche Behörde arbeite wegen der Corona-Maßnahmen an der Kapazitätsgrenze. Hinzu komme der Brexit – die Zulassungsstelle hatte bislang ihren Sitz in Großbritannien.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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