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Coronavirus - "Der Berufsverkehr wird nicht mehr auf die alte Größe zurückfahren"

PODCASTWeniger Stau dank Corona?  

Wie sich der Verkehr durch die Krise verändert

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

18.05.2020, 21:20 Uhr
Coronavirus - "Der Berufsverkehr wird nicht mehr auf die alte Größe zurückfahren". Stau auf der Berlin Stadtautobahn: Der Berufsverkehr in der Hauptstadt wird sich auch verändern. (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)

Stau auf der Berlin Stadtautobahn: Der Berufsverkehr in der Hauptstadt wird sich auch verändern. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

In der Corona-Pandemie bewegen sich viele Menschen anders fort als sonst. Das wird auch Auswirkungen haben auf die Zeit nach der Krise. Verkehrsexperte Andreas Knie erklärt die Folgen für Fahrrad, Auto, Bahn und Flugzeug.

Nach der Corona-Krise werden spürbar weniger Menschen zur Arbeit pendeln. "Wir gehen davon aus, dass der Berufsverkehr nur noch etwa 80 Prozent des Volumens vor Corona ausmacht", sagt Professor Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin im Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

Nach Aussage von Knie werden Arbeitnehmer in vielen Jobs dauerhaft einen Teil ihres Jobs von zu Hause aus erledigen oder auf manche Dienstreisen verzichten. Mit dem Coronavirus sei auch "eine Art Digitalisierungsschub" eingetreten: "Ich glaube, dass das einen relevanten Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen hat", sagt der Mobilitätsexperte im gemeinsamen Podcast von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft.

Die Krisen-Gewinner unter den Transportmitteln

Gewinner der Pandemie sind voraussichtlich das Auto, aber auch das Fahrrad. Wer Auto fahre, benötige es für die Arbeit und nutze momentan auch gerne die Chance, "die doch vergleichsweise leeren Straßen" befahren zu können. Auch Fahrradfahrer profitierten von leeren Straßen – etwa im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, wo neue Radwege ausgewiesen wurden, erklärt Knie: Die Formel "Wer Radverkehrswege sät, der erntet dann auch Radverkehr" scheine auch jetzt zuzutreffen.

Verkehrsexperte Andreas Knie: Auto und Fahrrad sind Gewinner der Krise, die Airlines stehen vor einem Wandel. (Quelle: WZB/David Ausserhofer)Verkehrsexperte Andreas Knie: Auto und Fahrrad sind Gewinner der Krise, die Airlines stehen vor einem Wandel. (Quelle: WZB/David Ausserhofer)

Einer der Verlierer der Pandemie ist nach Aussage von Knie der Flugverkehr. Schon 2019 sei die Zahl der Flüge wegen der Debatte über die Klima-Krise leicht zurückgegangen. Nachdem die Airlines wegen des Coronavirus teilweise stillgelegt worden seien, könnten sie ihre Kapazitäten auch nicht so schnell wieder hochfahren: "Das heißt jedenfalls, 2020 und 2021 werden die Flugpreise deutlich steigen", sagt der Verkehrsexperte.

Ein neues Reiseverhalten nach der Krise

In der Folge werden die Menschen anders reisen. Die Prognose des
Forschers: "Man wird möglicherweise räumlich kompakter reisen. Und da wird auch das Flugzeug als Reisemittel deutlich zurückgehen, und es wird da das Auto deutlich gewinnen. Europa wird gewinnen. Es wird auch die Schiene gewinnen." Für Fernreisen bedeutet das voraussichtlich: "weniger Reisen, die dann länger dauern."

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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