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Coronavirus – Ex-Wirtschaftsweiser warnt: "Diese Krise ist eine ganz andere"

PODCASTEx-Wirtschaftsweiser warnt  

"Diese Krise ist eine ganz andere"

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

20.05.2020, 11:04 Uhr
Coronavirus – Ex-Wirtschaftsweiser warnt: "Diese Krise ist eine ganz andere". Ein VW-Mitarbeiter mit Gesichtsmaske verlässt das Werk in Wolfsburg: Der Ökonom Christoph Schmidt glaubt nicht, dass sich die wirtschaftlichen Corona-Folgen allein durch Kurzarbeit bewältigen lassen. (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Ein VW-Mitarbeiter mit Gesichtsmaske verlässt das Werk in Wolfsburg: Der Ökonom Christoph Schmidt glaubt nicht, dass sich die wirtschaftlichen Corona-Folgen allein durch Kurzarbeit bewältigen lassen. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Die Corona-Krise sorgt für Probleme bei Arbeit und Wirtschaft. Der Ökonom Christoph Schmidt ist zwar dafür, dass der Staat mit sinnvollen Maßnahmen hilft. Eine Abwrackprämie für Autokäufe gehört für ihn aber nicht dazu.

Die Corona-Krise wird Arbeitsplätze vernichten, sagt Christoph Schmidt, ehemaliger Vorsitzender der Wirtschaftsweisen und Präsident des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Da es lange dauern werde, bis die Wirtschaft wieder zur Normalität zurückkehre, sei "auch das Instrument der Kurzarbeit irgendwann nicht mehr so wirkungsvoll", erklärt Schmidt im Podcast "Tonspur Wissen". Hören Sie hier die komplette Folge:

Nach Ansicht von Schmidt funktioniert in der Corona-Krise auch kein klassisches Konjunkturprogramm, das den Menschen etwa mehr Geld in die Hand gebe – zum Beispiel eine Abwrackprämie zum Kauf neuer Autos: "Von daher ist es sicherlich überlegenswerter, zu fragen: Kann man nicht in eine Infrastruktur für eine Mobilität der Zukunft investieren, statt Kaufprämien für bestehende Fahrzeuge auszuloten?"

Arbeitsplätze sollten nicht abwandern

Für den ehemaligen Wirtschaftsweisen ist ein europaweit einheitlicher CO2-Preis die Lösung, und zwar nicht nur in "Industrie und Energiewirtschaft, sondern auch bei Mobilität und Wärme. Das würde die Investitionen von Privaten in die richtige Richtung lenken", sagt Schmidt.

Ökonom Christoph Schmidt: "Diese Krise ist eine ganz andere als die letzte große Wirtschaftskrise." (Quelle: Sven Lorenz/RWI)Ökonom Christoph Schmidt: "Diese Krise ist eine ganz andere als die letzte große Wirtschaftskrise." (Quelle: Sven Lorenz/RWI)

Der Ökonom schlägt vor, dafür zu sorgen, "dass eben nicht alle Industriearbeitsplätze aus Deutschland abwandern". Wer in Deutschland "unter den scharfen Umweltauflagen und mit dem hohen Bewusstsein für die Vergänglichkeit der Natur" produziere, sei auch "global eine viel bessere Wahl".

Die Nachteile der Homeoffice-Arbeit

Die in der Krise entdeckten Möglichkeiten, dass mehr Menschen von zu Hause arbeiten, sieht der Experte nicht nur positiv. Einerseits steige so der Leistungsdruck, verfügbar zu sein. Andererseits könnten aber auch nicht alle auf diese Weise produktiv zum Wirtschaftsleben beitragen: "Sie werden sehen, dass sich die Ungleichheit zwischen den einzelnen Berufen, Arbeitnehmern und Branchen erhöhen kann", sagt Schmidt.

Alle weiteren Podcast-Themen rund um die Folgen des Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Verwendete Quellen:

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