Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen >

Podcast: "Populismus kann langfristig die Demokratie zerstören"

Politik-Wissenschaftlerin zu Trump  

"Populismus kann langfristig die Demokratie zerstören"

Von Ursula Weidenfeld, Moritz Bailly, Marc Krüger

03.11.2020, 07:00 Uhr
Podcast: "Populismus kann langfristig die Demokratie zerstören". Nicole Deitelhoff sagt: "Grundsätzlich ist jeder empfänglich für populistische Botschaften." (Quelle:  Uwe Dettmar)

Nicole Deitelhoff sagt: "Grundsätzlich ist jeder empfänglich für populistische Botschaften." (Quelle: Uwe Dettmar)

Die US-Wahl könnte zu einem weiteren Erfolg für den Populismus führen. Warum das langfristig gefährlich wäre, erklärt die Wissenschaftlerin Nicole Deitelhoff im Podcast "Tonspur Wissen". 

"Wenn Populismus zu einem zentralen Bestandteil innerhalb einer demokratischen Gesellschaft wird, dann wird er über kurz oder lang die Demokratie zerstören" – so drastisch fällt die Analyse von Nicole Deitelhoff aus, Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt am Main. Im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft blickt sie auch auf die US-Wahl und erklärt, dass sich am Ergebnis zeigen könnte, "wie nachhaltig Populismus mobilisieren kann."

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

Die ausschlaggebenden Probleme am Populismus sind für Deitelhoff vor allem Polarisierung und Ausgrenzung. "Denken Sie an so jemanden wie Donald Trump", sagt die Politikwissenschaftlerin, "da sind alle, die anderer Meinung sind 'Loser' oder arme Würstchen oder Verbrecher oder dement oder was auch immer." Diese persönlichen Angriffe Trumps führten zur Aushöhlung des öffentlichen Diskurses, "weil der Unterschied zwischen Behauptung und Wahrheit komplett irrelevant wird", erklärt Deitelhoff.

"Demokratie bedeutet mehr als wählen"

Die Gründe für den Erfolg von Populisten sind laut der Wissenschaftlerin vielfältig. Sie nennt zum Beispiel die Entfremdung der Wähler von den politischen Entscheidungsträgern. In repräsentativen Systemen sei es oft schwer zu ermitteln, "wo unser persönlicher Wählerwille gerade gelandet ist und wie er umgesetzt wird."

Eine Lösungsstrategie zur Bekämpfung des erstarkenden Populismus bietet Deitelhoff aber auch: "mehr Freude an der öffentlichen Auseinandersetzung." Hier sieht sie neben der Politik auch die Bürger in der Pflicht: "Wir müssen wieder anfangen, Streit und Auseinandersetzungen zu mögen, und das heißt vor allen Dingen erst mal, sie zu ertragen."

Welche positiven Eigenschaften Populismus haben kann, warum er in anderen Ländern nicht so negativ gesehen wird wie in Deutschland und wieso alle Menschen grundsätzlich empfänglich für populistische Botschaften sind, hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online.de und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal