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Kann ein bedingungsloses Grundeinkommen funktionieren? | Podcast

Podcast "Tonspur Wissen"  

Kann ein bedingungsloses Grundeinkommen funktionieren?

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

14.11.2020, 12:39 Uhr
Kann ein bedingungsloses Grundeinkommen funktionieren? | Podcast. Jürgen Schupp will das bedingungslose Grundeinkommen erforschen: "Was machen die Menschen mit dem Geld ist eine zentrale Frage." (Quelle: DIW, Berlin)

Jürgen Schupp will das bedingungslose Grundeinkommen erforschen: "Was machen die Menschen mit dem Geld ist eine zentrale Frage." (Quelle: DIW, Berlin)

Geld für alle, einfach so, jeden Monat – das ist die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Aber macht das die Menschen nicht auch träge und faul? Antworten gibt's im Podcast "Tonspur Wissen".

Was wäre, wenn jeder Bürger eines Staates jeden Monat einfach einen bestimmten Betrag überwiesen bekäme – ohne etwas dafür tun zu müssen? Was klingt wie der Traum von vielen Menschen oder der Albtraum jedes Finanzministers, das hat einen Namen: bedingungsloses Grundeinkommen. "Diese Idee ist sehr alt", sagt Professor Jürgen Schupp vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft erklärt er das Prinzip dahinter und sagt: "Das wäre in der Tat wahnsinnig teuer."

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

Im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld erklärt der Soziologe, dass man bei einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht allein die immensen Kosten betrachten dürfe, sondern auch fragen müsse: "Was hätte auch eine Grundeinkommenszahlung für Impulse für Nachfrage in den einzelnen Ländern?" Kurz gesagt könne ein höheres Einkommen auch zu mehr Nachfrage und damit wieder zu Wirtschaftswachstum führen. Deshalb dürfe das Grundeinkommen "nicht gleich auf den Scheiterhaufen von verrückten Ideen", sagt Schupp.

Zentrale Frage: "Was machen Menschen mit dem Geld?"

Interessant sei dabei, wofür das Geld ausgegeben werde. Ein Experiment in Finnland habe den Verdacht, "dass die Leute satt und faul werden" nicht empirisch bestätigt, erklärt Schupp. Vielmehr sei die Lebenszufriedenheit bei den Teilnehmern gestiegen. In dem skandinavischen Land hatten 2.000 Arbeitslose über zwei Jahre hinweg monatlich 560 Euro bekommen

Allerdings habe das finnische Experiment auch gezeigt, dass die Langzeitarbeitslosen durch das garantierte Einkommen nicht auch automatisch wieder einen Job finden würden. "Sie brauchen auch weiterhin Unterstützung durch Jobcenter, durch berufliche Weiterqualifizierung", sagt Schupp. Eine Behörde wie die Bundesagentur für Arbeit würde auch mit einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht obsolet.

Welche Vor- und Nachteile es bei dem Grundeinkommen noch gibt, welche Erfahrungen zwei Nobelpreisträger gemacht haben und wie Schupp selbst die Auswirkungen des bedingungslosen Grundeinkommens erforschen will, hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

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