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Podcast: Meinungsforschung – darauf achtet ein Profi bei Umfragen

Podcast "Tonspur Wissen"  

Meinungsforschung – woran Sie eine seriöse Umfrage erkennen

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger, Moritz Bailly

08.12.2020, 12:48 Uhr
Podcast: Meinungsforschung – darauf achtet ein Profi bei Umfragen. Eine Frau nimmt an einer Befragung teil. Wie zuverlässig sind die Ergebnisse von Meinungsumfragen? (Quelle: imago images)

Eine Frau nimmt an einer Befragung teil. Wie zuverlässig sind die Ergebnisse von Meinungsumfragen? (Quelle: imago images)

Vor Wahlen ist es ein Klassiker, aber auch sonst gibt es mittlerweile überall Abstimmungen und Umfragen. Meinungsforscher Henning Silber erklärt im Podcast, wie eine seriöse Umfrage funktioniert und woran man sie erkennt.

Dass Umfragen in den vergangenen Jahren gefühlt sehr häufig daneben lagen, möchte Henning Silber so nicht stehen lassen. Der Meinungsforscher vom GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim sagt dazu, der Eindruck entstehe auch dadurch, "dass Misserfolge oder sozusagen nicht genaue Vorhersagen sehr stark von den Medien aufgegriffen werden." Wenn in der "gleichen Zeit sehr viele Umfragen durchgeführt wurden, die durchaus sehr verlässliche Ergebnisse haben, das wird dann oft vergessen", erklärt Silber im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft.

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

Der Profi rät im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld dazu, bei Umfragen vor allem auf zwei Dinge zu achten: die Methodik und die Transparenz. Aber auch hier gelte es, genau hinzuschauen. Oft würde bei der Methodik vor allem auf die Anzahl der Befragten geachtet, sagt Silber. Die Größe einer Stichprobe allein lasse aber keinen hinreichenden Schluss auf die Qualität einer Befragung zu.

Entscheidend sei auch, welche Gruppe man befrage und wie relevant diese für das Ergebnis sei. Ein Beispiel: "Wenn man systematisch Hochgebildete nicht erreicht, die für die Aussagen der Befragung eine Rolle spielen, dann muss man die Ergebnisse entweder korrigieren oder einschränken", sagt der Forscher.

Was ist besser: Telefon- oder Onlineumfrage?

Auch der Modus einer Umfrage könne interessant sein – etwa, ob eine Befragung per Telefon oder online stattgefunden habe. Beides habe seine Vor- und Nachteile. "Der Königsweg zurzeit ist zumindest noch die persönlich-mündliche Befragung", sagt Silber. Es gebe aber auch "qualitativ sehr hochwertige Onlinebefragungen." Insbesondere bei sehr persönlichen oder heiklen Themen habe die Umfrage übers Internet beispielsweise auch Vorteile.

Bei der Transparenz empfiehlt Silber vor allem einen Blick darauf, wer eine Umfrage in Auftrag gegeben habe. "Das ist durchaus eine wichtige Information, ob das jetzt eine Gewerkschaft war oder ein Arbeitgeberbund oder eine NGO, Greenpeace oder eine wissenschaftliche Einrichtung."

Meinungsforscher Henning Silber: "Eine seriöse Umfrage zu designen ist immer Teamwork." (Quelle: privat/Liv Silber)Meinungsforscher Henning Silber: "Eine seriöse Umfrage zu designen ist immer Teamwork." (Quelle: privat/Liv Silber)

Kann eine Wahlentscheidung vorhergesagt werden?

Im Hinblick auf die Vorhersage von Wahlen ist der Meinungsforscher überzeugt, dass Umfragen zwar an ihre Grenzen stoßen, aber immer noch valide Ergebnisse liefern können. "Natürlich gibt es auch unentschlossene Wähler oder in einem Mehrparteiensystem wie Deutschland auch strategisches Wählen", erklärt Silber, "aber man hat doch eine ganz gute Ahnung, in welche Richtung eine Person wahrscheinlich wählen wird." Schwieriger sei es vorherzusagen, ob eine Person überhaupt wählen gehe.

Welchen Einfluss die grafische Darstellung einer Onlineumfrage auf die Ergebnisse haben kann und wie der Meinungsforscher seine eigenen Umfragen aufbaut, hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

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