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Warum feiern wir Weihnachten?

Podcast "Tonspur Wissen"  

Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger, Moritz Bailly

22.12.2020, 11:14 Uhr
Warum feiern wir Weihnachten?. Die Religions-Historikerin Irene Dingel: "Deshalb wurde Weihnachten zu einem der christlichen Hauptfeste."  (Quelle: Angelika Stehle)

Die Religions-Historikerin Irene Dingel: "Deshalb wurde Weihnachten zu einem der christlichen Hauptfeste." (Quelle: Angelika Stehle)

Alle Jahre wieder feiern Menschen auf der ganzen Welt Weihnachten – doch wie kam es dazu? Im Podcast erklärt die Historikerin Irene Dingel, wie das Fest entstanden ist und warum es jahrhundertelang keine große Rolle gespielt hat.

Warum feiern wir Weihnachten? Für die meisten Menschen dürfte klar sein: Es geht um die Geburt von Jesus Christus. Doch Weihnachten spielte in den ersten Jahrhunderten des Christentums überhaupt keine große Rolle, sagt Irene Dingel. Viel wichtiger sei der 6. Januar gewesen, das Epiphaniasfest. An diesem Tag wurden sogar drei Dinge gefeiert: "Einmal die Geburt Christi, einmal die Huldigung durch die Weisen aus dem Morgenland, aber auch die Taufe Christi."

Im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft wirft die Historikerin Dingel einen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsfestes und macht dabei deutlich, dass viele religiöse Feste auch einen weltlichen Hintergrund haben können.

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

Ohne Kaiser Konstantin kein Weihnachtsfest?

Das Weihnachtsfest findet tatsächlich erst später seine Bedeutung, und "Kaiser Konstantin spielt eine sehr große Rolle in dieser Etablierung", sagt Dingel. Sie fasst zusammen: "Das Weihnachtsfest kommt erst im 4. Jahrhundert auf, und es überlagert ein anderes Fest – nämlich das Fest des Sol invictus, also der unbesiegten oder auch der unbesiegbaren Sonne. Und das war ein Kult, dem auch Kaiser Konstantin anhing."

Die Direktorin der Abteilung Abendländische Religionsgeschichte am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz vermutet, dass der Kaiser durch das Weihnachtsfest nicht nur das Christentum in seinem Reich stärken wollte. Es ging auch darum, den germanischen Kult der Wintersonnenwende, also der Feier des kürzesten Tages im Jahr, abzulösen: "So vermischten sich im Weihnachtsfest letztlich drei Ereignisse: Wintersonnenwende, Sol invictus und Geburt Christi."

Feste schaffen Struktur und gemeinsame Erlebnisse

Doch auch abseits der Religionen haben die Menschen immer wieder einen Grund zum Feiern gefunden. Das bekräftigt Dingel im Interview mit Moderatorin Ursula Weidenfeld: "Natürlich kann man einen religiös grundierten Festzyklus auch ohne religiösen Hintergrund verstehen und denken. Beispiele sind etwa, dass der Himmelfahrtstag als Vatertag gefeiert wird, als Pendant etwa zum Muttertag, der ja auch ein nicht religiöser Festtag in unserem Festzyklus geworden ist."

Sie wollen mehr über die Entstehung des Weihnachtsfestes und über den Revolutionskalender in Frankreich erfahren? Das alles hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

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