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Psychische Ausnahmesituationen – wie kommt man raus aus der Krise?

Podcast "Tonspur Wissen"  

Psychische Ausnahmesituationen – wie kommt man raus aus der Krise?

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger

29.12.2020, 07:00 Uhr
Psychische Ausnahmesituationen – wie kommt man raus aus der Krise?. Wenn die psychische Belastung zu groß wird, sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. (Quelle: imago images)

Wenn die psychische Belastung zu groß wird, sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. (Quelle: imago images)

Schicksalsschläge, Alltagsprobleme, Überforderung – es gibt viele Gründe, warum Menschen in eine ernsthafte Krise geraten können. Im Podcast spricht die Forscherin Isabella Helmreich über dunkle Gedanken und welche Hilfsmöglichkeiten es gibt.

Wer Weihnachten alleine feiert, fühlt sich möglicherweise einsam. Andere empfinden die Feiertage insgesamt als Stressfaktor, eventuell noch verstärkt durch die Corona-Pandemie und die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Auch Stress in der Familie, bei der Arbeit oder Schicksalsschläge können zur Belastung werden. Erscheint alles irgendwie zu viel, sehen manche vielleicht keinen Ausweg mehr. Im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft erklärt Isabella Helmreich, welche Anzeichen für eine Krise es gibt, wie man eine Suizidgefahr erkennen kann und welche Hilfsangebote es für Betroffene und Angehörige gibt.

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

"Suizid ist oft keine freie Willensentscheidung, sondern es ist sozusagen oft auch ein langer, schleichender Prozess, wo viele verschiedene Dinge aufeinander kommen", sagt Helmreich. Dieser Prozess bestehe oft aus verschiedenen Stadien, sagt die Leiterin des Bereichs Resilienz und Gesellschaft am Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz.

Ausgelöst durch sogenannte Stressoren – zum Beispiel eine Trennung, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder auch des Arbeitsplatzes – kann es zu einer Krise kommen, eventuell mit zunächst eher passivem Todeswunsch. Wichtig sei in dieser Phase, dass die Menschen Hilfe bekommen. Angehörige, Freunde oder Kollegen sollte Alarmzeichen erkennen und ernst nehmen. In so einer Krisensituation empfiehlt die Forscherin "wirklich Verständnis zu äußern, offene Fragen zu stellen, jetzt keine Vorhaltungen zu machen, das aber auch nicht nach unten zu reden."

Isabella Helmreich forscht zur psychischen Gesundheit und Widerstandskraft am Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz. (Quelle: privat)Isabella Helmreich forscht zur psychischen Gesundheit und Widerstandskraft am Leibniz-Institut für Resilienzforschung in Mainz. (Quelle: privat)

"Früher hat man immer gesagt, eine Phase folgt der anderen nach", erklärt die Expertin. Aber heutzutage wisse man, dass es nicht zwangsläufig langsam immer schlimmer werden müsse, sondern "dass auch gewisse Phasen übersprungen werden können oder es auch manchmal wirklich so Kurzschlussreaktion sind." Betroffenen rät Helmreich, sich nicht zu verschließen, sondern eigene Gefühle und Probleme auch anderen gegenüber zu äußern und sich einzugestehen, "dass es einfach schwierige Probleme manchmal gibt, die man auch nicht allein lösen kann."

Hier erhält man professionelle Hilfe in einer Krisensituation

Wichtig sei es aber vor allem, professionelle Hilfe zu suchen, sagt Helmreich. Eine erste Anlaufstelle könne zum Beispiel der Hausarzt sein. Aber auch Psychologen seien verpflichtet, sogenannte Notfallsprechstunden anzubieten. "Das kann man im Internet auch auf den kassenärztlichen Seiten sehen, welche Therapeuten zu welchen Zeiten Notfallsprechstunden haben." Niemand müsse drei Monate auf einen Therapieplatz warten, wenn es akut sei: In der Notfallambulanz einer Psychiatrie erhalte man zu jeder Tages- und Nachtzeit Hilfe.

Befinde sich jemand in einer Gefahrensituation, in der "man merkt, der Mensch ist nicht mehr ansprechbar oder der ist so überfordert, kann man tatsächlich sagen, reden hilft nicht immer", erläutert die Expertin. In einem solchen Fall sollte dann der Notarzt gerufen werden.

Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

Weitere Informationen zur Suizidgefahr, zur Widerstandsfähigkeit gegen Krisen und zum Umgang mit eigenen Ängsten oder psychisch erkrankten Mitmenschen erhalten Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".


Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

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