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Podcast: Raubkunst in Museen im Visier – Geschäft mit der gestohlenen Kunst

Podcast "Tonspur Wissen"  

Museen im Visier: das Geschäft mit der gestohlenen Kunst

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger, Moritz Bailly

15.01.2021, 08:19 Uhr
Podcast: Raubkunst in Museen im Visier – Geschäft mit der gestohlenen Kunst. Spurensicherung am Grünen Gewölbe in Dresden: Im November 2019 hatten hier Einbrecher wertvolle Schmuckstücke entwendet. (Quelle: imago images/Max Stein)

Spurensicherung am Grünen Gewölbe in Dresden: Im November 2019 hatten hier Einbrecher wertvolle Schmuckstücke entwendet. (Quelle: Max Stein/imago images)

Der Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe in Dresden oder die gestohlene Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum – immer wieder gibt es spektakuläre Kunstdiebstähle. Sind deutsche Museen nicht mehr sicher? Und was passiert mit der Beute?

"Museen stehen natürlich in der schwierigen Situation, auf der einen Seite Sicherheitstresor zu sein, auf der anderen Seite die Objekte so hautnah wie möglich zu präsentieren", sagt Daniel Hess, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Der Kunstwissenschaftler fürchtet auch um die Objekte, die in seinem Museum ausgestellt werden, denn er weiß: Der Handel mit gestohlener Kunst ist äußerst lukrativ.

Im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft erklärt der Kunstexperte, was mit den gestohlenen Meisterwerken passiert und warum Kunstdiebstahl schon immer ein Problem für Museen war.

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

Die Gründe für Kunstraub seien vielfältig, erklärt Hess: "Es gibt natürlich die schöne Mär von den Diebstählen für die eigene Sammlung". Häufig seien aber auch Geldwäsche oder das "sogenannte Artnapping, also in Anlehnung an das Kidnapping: Kunstklau zur Erpressung von Lösegeld zum Rückkauf." Trotz des Risikos für die Täter kann sich ein Raubzug im Museum lohnen, betont Hess, "weil die Kunst auch einen wahnsinnigen Wertzuwachs ermöglicht".

Prof. Dr. Daniel Hess: "Museen tun alles, um ihre Bestände so gut wie möglich zu sichern." (Quelle: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)Prof. Dr. Daniel Hess: "Museen tun alles, um ihre Bestände so gut wie möglich zu sichern." (Quelle: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg)

"Darkrooms der Kulturgeschichte"

Denn weil sich ein gestohlener Picasso nicht so ohne Weiteres auf dem Kunstmarkt verkaufen lässt, fristen viele gestohlene Kunstwerke ihr Dasein in sogenannten Zollfreilagern, erklärt der Wissenschaftler. In diesen "Darkrooms der Kulturgeschichte", wie Hess sie in Anspielung auf abgedunkelte Hinterzimmer nennt, warten die Gemälde auf die Verjährung der Straftaten, durch die sie erbeutet wurden. Sind die Meisterwerke danach reingewaschen, können sie zu hohen Preisen verkauft werden.

Im Falle der Juwelen aus dem Grünen Gewölbe oder der Münze aus dem Bode-Museum hält der Kunstexperte noch ein anderes Vorgehen für möglich: Die Zerlegung der Schätze in ihre Einzelteile oder das Einschmelzen des Metalls. "Dieser reine Materialwert hat den Vorteil, dass die Nachverfolgung nicht mehr möglich wird", sagt Hess. Ob man die Stücke in ihrer ursprünglichen Form jemals wieder zu Gesicht bekommen wird, darf also infrage gestellt werden.

Warum die Überprüfung der Echtheit eines Gemäldes so schwierig ist und warum der Wissenschaftler eine Diskussion über den Umgang mit Raubkunst aus der Zeit des Nationalsozialismus für wichtig hält, hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".


Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

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