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Corona-Mutationen: "Vertrauen ist sehr hoch, dass die Impfungen wirken"

Infektiologe zu Corona-Mutationen  

"Mein Vertrauen ist sehr hoch, dass die Impfungen weiter wirken"

Von Ursula Weidenfeld, Moritz Bailly, Marc Krüger

27.01.2021, 11:59 Uhr
Corona-Mutationen: "Vertrauen ist sehr hoch, dass die Impfungen wirken". Weltweite Frage: Schützen die zugelassenen Corona-Impfstoffe auch vor den neuen Virus-Mutationen? (Quelle: imago images/Nicolaj Zownir)

Weltweite Frage: Schützen die zugelassenen Corona-Impfstoffe auch vor den neuen Virus-Mutationen? (Quelle: Nicolaj Zownir/imago images)

Gerade sind die Impfungen gegen das Coronavirus angelaufen, da tauchen Mutationen auf. Im Podcast erklärt ein Infektiologe, warum er sich trotz der neuen Viren-Varianten keine großen Sorgen macht.

Für Till Koch vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg kommen Viren-Mutationen nicht überraschend: "Es ist erst einmal ganz normal, dass man Mutationen im Bereich des genetischen Codes von Viren bei deren Vervielfältigung und Weitergabe hat", sagt er im Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft. Relativ selten ist es laut Koch allerdings, dass sich dabei auch die Eigenschaften eines Virus ändern. Genau das sei bei der in Großbritannien aufgetauchten Variante B.1.1.7 aber geschehen. 

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

Die Mutation bewirke, dass "die Übertragbarkeit besser geworden ist – besser aus Sicht des Virus." Es breite sich also schneller aus. Das muss nach Ansicht des Infektiologen Koch aber nicht bedeuten, dass die vor Kurzem weltweit angelaufenen Impfaktionen nun weniger wirksam sind.

"Da muss ich tatsächlich sagen, aus wissenschaftlicher Sicht bin ich da wirklich gar nicht beunruhigt, was die Wirkung der Impfstoffe angeht", sagt Koch im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld. Grund dafür sei die Bauweise der Impfstoffe und des Virus selbst. Denn die aktuell bekannten Mutationen sorgten nur für geringe Veränderungen in bestimmten Proteinen des Virus – "diese Veränderungen sind aber sehr punktuell". Die eingesetzten Impfstoffe würden das Immunsystem dagegen zu einer sehr viel breiteren Immunantwort anregen, erklärt Koch im Podcast.

Till Koch hat Vertrauen in die Corona-Impfstoffe: "Aus wissenschaftlicher Sicht bin ich da wirklich gar nicht beunruhigt." (Quelle: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin)Till Koch hat Vertrauen in die Corona-Impfstoffe: "Aus wissenschaftlicher Sicht bin ich da wirklich gar nicht beunruhigt." (Quelle: Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin)

Sind die Impfstoffe selbst gefährlich?

Weltweit wurden bereits Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft, in Deutschland allein mehr als 1,5 Millionen. Für den Experten ist klar, dass dabei auch Nebenwirkungen auftreten können. Im Internet kursierten nun aber erste Todesmeldungen, die einen Zusammenhang mit den Impfungen behaupten würden. Experte Koch sagt dazu: "Dass wirklich Leute durch die Impfung gestorben sind, da haben wir bis jetzt noch keine Signale für gesehen in den großen Impfstoffstudien." Nebenwirkungen und Allergien seien aber möglich und sogar erwartbar.

Diese Nebenwirkungen seien zum Beispiel Schmerzen oder Rötungen an der Einstichstelle. "Und das tritt bei der überwiegenden Mehrzahl der Leute, also sagen wir mal bei 80 Prozent der Leute, die geimpft werden, auf", sagt der Infektiologe im Gespräch. Diese Reaktionen des Körpers zeigten, "dass der Körper die Immunreaktion durchführt". Letztlich sei das also sogar ein Zeichen für die Wirksamkeit.

Mehr zu Funktionsweise und Nebenwirkungen der Impfstoffe, zum Nutzen von Schnelltests und dem Unterschied zwischen Grippe- und Coronaviren hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

Verwendete Quellen:

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