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Wie gehen Wissenschaftler mit Hass und Hetze um? Zwei Betroffene berichten

Podcast "Tonspur Wissen"  

Wie gehen Wissenschaftler mit Hass und Hetze um?

Von Ursula Weidenfeld, Marc Krüger, Moritz Bailly

02.03.2021, 12:26 Uhr
Wie gehen Wissenschaftler mit Hass und Hetze um? Zwei Betroffene berichten. Plakate bei einer Demonstration: Wissenschaftler, Politiker und Prominente werden als Verbrecher beschimpft. (Quelle: imago images)

Plakate bei einer Demonstration: Wissenschaftler, Politiker und Prominente werden als Verbrecher beschimpft. (Quelle: imago images)

In der Debatte um die Corona-Maßnahmen werden Wissenschaftler immer häufiger zur Zielscheibe von Hass und Hetze. Wie gehen die Betroffenen damit um? Zwei Wissenschaftler berichten im Podcast.

Als sich das Coronavirus Anfang 2020 weltweit ausgebreitet hat, haben die Menschen hilfesuchend zur Wissenschaft geblickt: Jede neue Erkenntnis konnte im Kampf gegen die Seuche den entscheidenden Vorteil bringen. Doch im Laufe der Pandemie wurden Forscher, die sich öffentlich zur Bekämpfung des Virus äußerten, immer öfter angefeindet – insbesondere im Internet.

Wie reagieren betroffene Wissenschaftler auf diesen wachsenden Hass? Und welche Gefahren sehen sie für den wissenschaftlichen Diskurs? Darüber diskutieren der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit und Matthias Kleiner, der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, mit Moderatorin Ursula Weidenfeld im Podcast "Tonspur Wissen".

Hören Sie hier die komplette Folge "Tonspur Wissen" und abonnieren Sie den Podcast kostenlos bei Spotify oder Apple Podcasts:

"Eine außergewöhnliche Situation"

"Wir werden in ein paar Monaten einander wahrscheinlich viel verzeihen müssen", hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu Beginn der Pandemie gesagt. Für Schmidt-Chanasit ist das ein entscheidender Satz gewesen, dem er immer noch zustimme, sagt der Virologe. Er stand in den vergangenen Monaten oft in der Öffentlichkeit und bekam viele Anfeindungen zu spüren. Doch im Gespräch wirbt er für Rücksichtnahme: "Es ist einfach eine außergewöhnliche Situation, wo es um sehr, sehr viel geht in unserem Land – um Leben, um Sterben, um Existenzen."

Auch Matthias Kleiner sieht das so: "Das Ganze geschieht auf großer, offener Bühne. Das ist, glaube ich, im Moment die besondere Situation." Innerhalb der Wissenschaft sei es eigentlich ganz normal "zu debattieren, zu streiten, zu konkurrieren, zu kooperieren", erklärt Kleiner. Aber einen geschützten Raum, wie er innerhalb der Wissenschaften gepflegt wird, gebe es aktuell oft nicht, ergänzt Schmidt-Chanasit, besonders in der Diskussion mit Politik und Medien.

Jonas Schmidt-Chanasit und Matthias Kleiner: Im Podcast sprechen sie über Anfeindungen gegen Wissenschaftler. (Quelle: imago images/teutopress, Oliver Lang, Collage: t-online)Jonas Schmidt-Chanasit und Matthias Kleiner: Im Podcast sprechen sie über Anfeindungen gegen Wissenschaftler. (Quelle: imago images/teutopress, Oliver Lang, Collage: t-online)

"Das Impfen wird größere Bedeutung bekommen"

Trotz der vielen Anfeindungen in den letzten Monaten ziehen die Wissenschaftler ein positives Fazit. Für Schmidt-Chanasit ist die Pandemie auch eine Möglichkeit gewesen "zu zeigen, was die Wissenschaft leisten kann und was sie auch in so einer Ausnahmesituation bewirken kann, auch politisch."

Kleiner geht sogar davon aus, dass man der Wissenschaft in Zukunft mehr zutrauen werde. "Wir werden ein anderes Verständnis haben von der Wichtigkeit, Medikamente auch zur Therapie von Krankheiten zu haben", sagt der Leiter der Leibniz-Gemeinschaft und ergänzt: "Ich glaube, das Impfen wird größere Bedeutung bekommen."

Was die beiden Wissenschaftler dem Nachwuchs im Umgang mit der Öffentlichkeit empfehlen und wie sie die Qualität der Wissenschaftskommunikation einschätzen, hören Sie in der Podcast-Folge von "Tonspur Wissen".

Den Podcast "Tonspur Wissen" von t-online und der Leibniz-Gemeinschaft gibt es in allen Podcast-Apps auf Smartphones und Tablets und bei allen großen Plattformen:

Die Spezial-Folgen von "Tonspur Wissen" zum Coronavirus finden Sie hier in der Übersicht.

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