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Angst macht schlau

Tierische Psychologie  

Angst macht schlau

08.10.2007, 14:03 Uhr | t-online.de

Emotionen steigern die Konzentration des Botenstoffes Noradrenalin im Gehirn und erleichtern so das Lernen. Das haben amerikanische Forscher mit Experimenten an Mäusen herausgefunden. Demnach erhöhen Angst oder Stress den Spiegel des Transmitters im Gehirn. Dadurch werden mehr Moleküle an die Oberfläche der Nervenzellen gebracht, die für das Erinnern wichtig sind - so können sich Mäuse leichter an bestimmte Situationen erinnern.

Vor Schreck erstarrt
Um den Noradrenalin-Spiegel im Gehirn der Mäuse künstlich zu erhöhen, spritzten die Wissenschaftler den Tieren Adrenalin. Anschließend setzten sie die Mäuse für zwei Minuten in einen Käfig, um sie an die neue Umgebung zu gewöhnen. Diese Prozedur wiederholten sie am darauffolgenden Tag, versetzten den Mäusen dabei aber einen leichten Stromschlag. Am dritten Tag beobachteten sie, wie sich das Verhalten der Mäuse im Käfig verändert hatte: Die Tiere erstarrten vor Schreck und wagten nicht mehr, sich zu bewegen. Sie erinnerten sich an den Stromstoß im Käfig, glauben die Forscher erkannt zu haben.

Zwei Vergleichsgruppen
Denn: Eine Vergleichsgruppe von Mäusen, der vor den Versuchen kein Adrenalin gespritzt worden war, zeigte am dritten Tag des Experimentes deutlich weniger Angst im Käfig. Offenbar erinnerten sich die Nager nicht mehr so gut an den Stromschlag, erklären die Forscher. Wurden die Versuchstiere dagegen vor dem Experiment in eine mit Fuchsurin getränkte Kiste gesetzt, zeigten sie das gleiche Ausmaß an Angst, wie die Tiere, denen zuvor Adrenalin gespritzt worden war. Der Fuchsurin versetze die Mäuse in eine Stresssituation, und auch das erhöht nach Ansicht der Wissenschaftler die Konzentration von Noradrenalin im Gehirn.

Zum Stöbern und NachlesenZum Stöbern und Nachlesen Eiweiß wird verändert
Die Forscher glauben auch den Grund für den Zusammenhang zu kennen: Wahrscheinlich verändert das Noradrenalin ein Eiweiß in den Nervenzellen, das für das Gedächtnis wichtig ist. Dieses werde so häufiger vom Inneren der Zelle an ihre Oberfläche transportiert. Wenn sich die Mäuse nun eine neue Information merken sollen, wie beispielsweise den Stromschlag im Käfig, stehen ihnen viel mehr Moleküle auf der Zelloberfläche zur Verfügung, die für die Verarbeitung dieser Information zuständig sind. So bleibe diese Situation den Mäusen leichter im Gedächtnis.

Ähnliche Wirkung von Koks
Allerdings beeinflusst nicht nur Noradrenalin dieses Eiweiß der Nervenzellen. Auch bestimmte Medikamente oder Kokain wirken ähnlich. Die Forscher erhoffen sich deshalb, auch mehr darüber zu lernen, wie solche Stoffe Lernen und Gedächtnis beeinflussen.

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