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Verhaltensforschung: Gähnen und Lächeln steckt auch Orang-Utans an

Tierische Forschung  

Gähnen und Lächeln stecken auch bei Orang-Utans an

17.01.2008, 14:27 Uhr | dpa

He, he, he! Orang-Utan-Lächeln soll ansteckend sein - für Orang-Utans (Quelle: imago images)He, he, he! Orang-Utan-Lächeln soll ansteckend sein - für Orang-Utans (Quelle: imago images) Gähnen steckt an, Lächeln wird mit einem Lächeln belohnt - dieses Verhalten wird typischerweise Menschen zugeschrieben. Forscherinnen der Tierärztlichen Hochschule in Hannover haben das Muster aber jetzt erstmals auch bei Orang-Utans dokumentiert. Im Spiel imitieren die Menschenaffen die Mimik ihrer Artgenossen innerhalb weniger Sekunden. "Bisher wurde der Mechanismus der emotionalen Ansteckung als menschenspezifisch angesehen", bekräftigte Elke Zimmermann. Die Hannoveraner Professorin hat die Untersuchung der ehemaligen Doktorandin Marina Davila Ross für Neurowissenschaften betreut. Ihre Erkenntnisse erscheinen im Fachjournal "Biology Letters", wie die Hochschule mitteilte.

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Angeboren oder erlernt?
Für die Studie analysierten die Verhaltensforscherinnen das Spielverhalten von 25 Orang-Utans im Alter von zwei bis zwölf Jahren in verschiedenen Zoos und einem Rehabilitationszentrum. Die moderne Videotechnik habe eine sekundengenaue Auswertung möglich gemacht, sagte Zimmermann. Unklar sei weiterhin, ob das Verhalten angeboren oder erlernt sei. Menschen-Babys imitierten den Gesichtsausdruck ihrer Eltern bereits etwa 14 Tage nach ihrer Geburt, verlernten diese Fähigkeit allerdings wieder. Erst im Alter von etwa einem Jahr ahmten Kleinkinder die Mimik ihres Gegenüber bewusst nach.

Voraussetzung für Mitgefühl
Der Mechanismus der emotionalen Ansteckung ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen die Gefühle anderer verstehen, sich in sie hineinversetzen und Mitgefühl entwickeln können. In der Untersuchung kopierten allerdings nicht alle Affen einer Gruppe die Mimik eines potenziellen Spielpartners. Die Forscherinnen vermuten deshalb, dass noch andere Faktoren eine Rolle spielen, etwa der Bekanntheitsgrad der Tiere untereinander.

Ausgeprägtes Ich-Bewusstsein
Britische und japanische Forscher hatten zuvor bereits gezeigt, dass sich auch Schimpansen und Stummelschwanzmakaken von Gähnen anstecken lassen. Sie werteten die Beobachtung als weiteren Beleg für die Annahme, dass Schimpansen und vermutlich auch andere Menschenaffen sowohl Einfühlungsvermögen als auch ein ausgeprägtes Ich-Bewusstsein besitzen.

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