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Artenschutz: Chinesische Tiger sollen auf Schaffarm in Südafrika gezüchtet werden

Kampf gegen Artensterben  

Schaffarm soll chinesische Tiger retten

22.01.2008, 11:26 Uhr | AFP

Ein junger südchinesischer Tiger (Quelle: AFP)Ein junger südchinesischer Tiger (Quelle: AFP) Selbstsicher und flink streift die Tigerdame Cathay durch die feuchte südafrikanische Savanne. Feine schwarze Streifen durchziehen ihr rötliches Fell. Cathay gehört zu der vom Aussterben bedrohten Art des Südchinesischen Tigers. Fernab ihrer Heimat, in Südafrika, soll sie das Überleben ihrer Rasse sichern. Ein Hoffnungszeichen gibt es schon: Ende November brachte Cathay ein Junges zur Welt - das erste, das außerhalb Chinas geboren wurde.

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"Ihre letzte Chance"

"Das ist definitiv ihre letzte Chance", sagt Li Quan. Es war die Idee der kleinen resoluten Frau, im Süden Afrikas den Fortbestand der Tiger zu sichern. Sie ist überzeugt von ihrem Projekt, von anderen wird sie heftig dafür kritisiert. "Wir versuchen etwas, das noch nie zuvor probiert wurde. Es ist ein Glücksspiel. Es kann sein, dass wir keinen Erfolg haben, aber zumindest haben wir es versucht."

Es gibt noch 60 Exemplare in Zoos

Tiger brauchen viel Platz zum Überleben. Die Konkurrenz mit dem Menschen um Lebensraum führte die Tiere in China an den Rand des Aussterbens: "In den ersten 50 Jahren waren Krieg und Chaos daran Schuld, dann die Zerstörung des Lebensraums durch die Modernisierung", sagt Quan. Der Südchinesische Tiger ist ein direkter Nachfahre der ersten Tiger und soll bereits vor zwei Millionen Jahren in China beheimatet gewesen sein. 1900 hatte es noch 40.000 Tiger gegeben, heute leben noch 60 von ihnen in Zoos.

Schaffarmen für die Tiger

Quan gründete die Organisation "Rettet Chinas Tiger" und kaufte 17 ehemalige Schaffarmen in der südafrikanischen Provinz Free State. Wo einst Schafe weideten, sollen nun die Raubkatzen aus der Volksrepublik wieder das Leben in der Wildnis lernen. Es gehe ihr nicht nur um den Erhalt der Art, sondern auch um die Bedeutung der Tiger für China, sagt Quan. Diese könnten für China genauso bedeutsam werden wie Löwen, Leoparden, Elefanten und Nashörner für Südafrika - ein nationales Symbol und eine der größten Touristenattraktionen. "Meine Kritiker verstehen nicht, dass es nicht nur darum geht, ein paar bedrohte Tiger zu retten, sondern ein Sinnbild der chinesischen Kultur."

Inzucht verschlechtere Genmaterial

Zu Quans schärfsten Kritikerinnen gehört Sue Lieberman von der Naturschutzorganisation WWF. Durch Inzucht zwischen den wenigen überlebenden Exemplaren habe sich das Genmaterial der Tiere verschlechtert, schrieb Lieberman im "Sunday Telegraph". Die Tiger gefährdeten die Biodiversität Südafrikas, außerdem sei die Provinz Free State als Lebensraum ungeeignet. "Das alles wird uns den Tiger nicht zurückbringen."

"Rinder richten mehr Schaden an als Tiger"

Seit Beginn des Projekts in Südafrika 2003 haben vier im Zoo geborene Tiger immerhin wieder gelernt zu jagen, der größte Erfolg war die Geburt des Tigerbabys. Die Argumente ihrer Kritiker lässt die Chinesin - selbst unter dem chinesischen Tierkreiszeichen des Tigers geboren - nicht gelten: "Rinder richten mehr Schaden an als Tiger", sagt sie. Außerdem seien eigens Beutetiere für die Raubkatzen ausgesetzt worden, so dass sie sich nicht mit einheimischen Tieren um die Nahrung streiten.

Suche nach einem Schutz-Gebiet

Quans Ziel ist es, nach etwa 15 Jahren in Südafrika eine neue Generation von Tigern wieder in der chinesischen Wildnis anzusiedeln. Noch sucht sie Sponsoren, die ihr helfen, ein geeignetes Gebiet in China zu entwickeln. 20 Millionen Dollar seien dafür notwenig. Acht Millionen Dollar hätten ihr Mann und sie bereits in das südafrikanische Projekt investiert.

Von Menschen gefüttert und aufgepäppelt

Der Nachwuchs von Tigerin Cathay wird derweil sorgsam von Menschen gefüttert und aufgepäppelt. Tierpflegerin Kim Hiltrop ist sich ihrer Verantwortung bewusst: "Ich muss mich dazu zwingen, das Junge als normales Baby zu betrachten, sonders würde ich mir über jede Kleinigkeit Sorgen machen."

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