Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen > Tierreich >

Aga-Kröte entwickelt sich zu Darwins Alptraum

Evolution  

Aga-Kröte entwickelt sich zu Darwins Alptraum

15.02.2006, 15:54 Uhr | dpa, AFP

Sie kamen einst als Insektenjäger nach Queensland und sind inzwischen selbst eine wahre Landplage: In den dicken, giftigen Aga-Kröten sehen australische Frosch-Forscher einen lebenden Beweis für die Evolutionstheorie des britischen Naturforschers Charles Darwin. Wie die Experten der Universität Sydney im Wissenschaftsmagazin "Nature" berichten, entwickelten die aus Venezuela eingeführten Amphibien in den 70 Jahren seit ihrer Ansiedlung längere Hinterbeine. So können sie nun an einem einzigen Tag rekordverdächtige 1,8 Kilometer weit hopsen. Mit gesegnetem Appetit ausgestattet und durch giftigen Schleim vor Fressfeinden geschützt, walzen sie weniger robuste einheimische Tiere buchstäblich platt.

Foto-Serie


Lange Beine als Vorteil
Für ihre Untersuchungen bauten die Fachleute eine Beobachtungsstation auf. Sie liegt an der Front der Kröten-Invasion, etwa 60 Kilometer östlich der Stadt Darwin an der australischen Nordküste. Dort fingen die Wissenschaftler zehn Monate lang die bis zu zwei Kilogramm schweren Froschlurche mit wissenschaftlichem Namen Bufo marinus ein. Einige der alles fressenden Amphibien wurden mit Peilsendern ausgestattet und wieder in die Freiheit entlassen. Die Aga-Kröten, die ihr Ziel zuerst erreichten, hatten längere Hinterbeine als die nachfolgenden - ein klar erkennbarer evolutionärer Vorteil gegenüber den Artgenossen.

Wieder aufgetaucht Seltene Antilopenart


Für Krokodile eine wahre Henkersmahlzeit
Die Studie erklärt auch, warum sich die Aga-Kröten in ihren ersten Jahren in Queensland nur um etwa zehn Kilometer jährlich ausbreiteten, dieses Tempo inzwischen aber verfünffachten. Inzwischen dominieren sie ein riesiges Gebiet von mehr als einer Million Quadratkilometern. Die Tiere, die wegen ihres englischen Namens auch als Zuckerrohrkröten (Cane Toads) bekannt sind, sind das Musterbeispiel einer invasiven Art, die die heimische Tierwelt verdrängt. Sogar Krokodile sollen schon gestorben sein, weil sie eine giftige Kröte verschluckt hatten. Tiere dieser Art, das ist eine Forderung der Studie, müssten so schnell wie möglich bekämpft werden, bevor "der Eindringling Zeit hatte, sich zu einem gefährlicheren Feind zu entwickeln".

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal