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Jede dritte europäische Fischart droht auszusterben

Jede dritte europäische Fischart droht auszusterben

22.11.2011, 17:45 Uhr | AFP

Zahlreiche Tierarten in Europas Seen und Flüssen sind vom Aussterben bedroht. "Alarmierende Verlustzahlen" meldete die EU-Kommission für Tier- und Pflanzenarten in Europa. Besonders gefährdet sind Süßwassertiere: 44 Prozent aller Süßwasserweichtiere wie Muscheln sowie 37 Prozent der Süßwasserfische sind gefährdet. Das gleiche gilt für fast ein Viertel der Amphibien.

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Die Zahlen zeigten, "dass die europäischen Süßwasserökosysteme in der Tat ernsthaft bedroht sind und dringend Erhaltungsmaßnahmen erforderlich sind", warnte Annabelle Cuttelod von der Weltnaturschutzunion (IUCN), die jährlich die Rote Liste der gefährdeten Arten veröffentlicht. Für die europäische Ausgabe wurden den Angaben zufolge mit rund 6000 Arten ein "erheblicher Teil" der in Europa heimischen Fauna und Flora untersucht.

Bedrohung durch Umweltverschmutzung und Überfischung

Grund für die schlechten Bedingungen für Fische in den europäischen Süßgewässern sind vor allem Umweltverschmutzung, Überfischung, Lebensraumverlust und das Eindringen fremder Arten. "Dies gilt vor allem für den Stör, denn die acht europäischen Störarten sind bis auf eine mittlerweile vom Aussterben bedroht", erklärte die EU-Kommission.

Aber den Zahlen zufolge sind unter anderem auch fast ein Fünftel der Reptilien, 15 Prozent der Säugetiere und Libellen, 13 Prozent der Vögel sowie fast jede zehnte Schmetterlingsart vom Aussterben bedroht. Zudem sind 467 Arten von Gefäßpflanzen gefährdet, zu denen die Wildarten von Kulturpflanzen wie Rüben zählen.

Alarmierende Zahlen

Weltweit wird rund ein Drittel aller untersuchten Arten als gefährdet eingestuft. Die aktuelle Untersuchung listet 19.570 bedrohte Tiere und Pflanzen auf, das sind rund 2000 mehr als bei der Untersuchung aus dem Jahr 2009. Das entspräche einer Zunahme von etwa zehn Prozent. Da jedoch nur ein Bruchteil der bereits bekannten Spezies bislang bewertet wurde, dürften die tatsächlichen Zahlen weitaus höher liegen.

Biologen verweisen darauf, dass es zwar natürlich sei, dass einzelne Arten aussterben, doch momentan würden viele Tier- und Pflanzenarten in ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit verschwinden. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass der Globus durch Umweltverschmutzung und Lebensraumverlust an der Schwelle eines Massenaussterbens stehe.

In Deutschland wurden bislang etwa 40.000 Arten hinsichtlich ihres Gefährdungsstatus bewertet. Über ein Viertel davon gilt als bedroht beziehungsweise ist bereits ausgestorben. Für das Jahr 2011 liegen derzeit lediglich Zahlen aus dem Bereich der Flechten und Myxomyzeten vor.

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