Sie sind hier: Home > Panorama > Wissen > Weltall >

ISS: Astronautin verliert Werkzeugtasche im All

"Endeavour"-Einsatz an der ISS  

Putztag mit Verlusten

19.11.2008, 12:23 Uhr | dpa, dapd, AFP

Auf (hoffentlich) Nimmerwiedersehn: Die Werkzeugtasche verschwindet im All (Foto: Reuters)Auf (hoffentlich) Nimmerwiedersehn: Die Werkzeugtasche verschwindet im All (Foto: Reuters) Der Arbeitseinsatz der "Endeavour"-Astronauten ist von einer Panne überschattet worden. Bei Reparaturarbeiten im All verlor Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper ihre Werkzeugtasche. Was nach einem Scherz klingt, ist für die Raumfahrtbehörde NASA ein ernster Zwischenfall. Die Tasche ist einer der größten Gegenstände, den je ein Raumfahrer im All verloren hat.

Stefanyshyn-Piper war in der Nacht zum Mittwoch gemeinsam mit einem Kollegen dabei, ein defektes Sonnensegel an der Internationalen Raumstation (ISS) zu reparieren. "Oh, großartig. Wir haben Werkzeug verloren", entfuhr es der Astronautin, als ihr während des Außeneinsatzes das Missgeschick unterlief. Zuvor war aus einer Werkzeugpistole Fett ausgelaufen. Während die Astronautin von ihren Handschuhen und aus dem Inneren den Schmierstoff entfernte, rutschte ihr die rucksackgroße Tasche mitsamt Inhalt aus der Hand und verschwand im All.

Rückblick Was Astronauten bislang schon verloren
Video Neue Möbel auf dem Weg zur ISS
"Hubble"-Teleskop Spektakuläre Fotos vom fernen Planeten
Mars-Mission Sonde "Phoenix" stirbt den Kältetod

"Auf einem guten Weg weg"

Nach Angaben der Raumfahrtbehörde NASA stellt die Tasche mittlerweile keine Gefahr für die Raumfähre mehr dar. Wenige Stunden nach dem Zwischenfall habe sich das Objekt bereits in rund vier Kilometer Entfernung von Fähre "Endeavour" befunden. "Sie ist auf einem guten Weg weg von uns", sagte NASA-Flugdirektorin Ginger Kerrick.

Stefanyshyn-Piper (Bildmitte) bei ihrem Weltraum-Spaziergang (Foto: Reuters)Stefanyshyn-Piper (Bildmitte) bei ihrem Weltraum-Spaziergang (Foto: Reuters)

Einsatz trotzdem erfolgreich

Die Astronauten konnten die Reparatur dennoch erfolgreich zu Ende bringen: Der am Einsatz beteiligte Kollege Steve Bowen hatte eine ebensolche Werkzeugtasche mit Fettpressen, Bürsten, Tüchern, Gurten und Dosen bei sich, die sie dann gemeinsam nutzten. Nach sechs Stunden und 52 Minuten ging der Raumspaziergang nahezu planmäßig zu Ende. Stefanyshyn-Piper ist die erste Frau, die bei einem Shuttle-Flug einen Außenbordeinsatz anführt. Insgesamt sind vier Außenbordeinsätze geplant.


Europa im All
Grafik Die Sonnensysteme im Vergleich
Quiz Wie gut kennen Sie unser Sonnensystem?
Quiz Asteroiden, Kometen und Meteoriten

Mehr zum Thema Astronomie

Sonnensegel klemmte

Die beiden Astronauten mussten ein Scharnier säubern und neu einfetten, das seit einem Jahr blockiert war. Zudem sollten sie ein weiteres Scharnier eines anderen Sonnensegels einfetten, um eine ähnliche Blockade zu verhindern. Die Energie des defekten Sonnensegels wird benötigt, um die seit zehn Jahren bestehende ISS weiter auszubauen.

Bald mehr ISS-Bewohner

Die "Endeavour" hatte in der Nacht zum Montag an der ISS angedockt. Danach begannen die Astronauten der ISS und des Space Shuttles, die Fracht der "Endeavour" auszuladen - rund 6,8 Tonnen Ausrüstung und Material für den Ausbau der ISS. Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen ständig sechs statt bisher drei Astronauten in der Station wohnen und arbeiten können.

Überblick Die wichtigsten interplanetaren Missionen
Foto-Serie Galaxien kollidieren
Reise durchs All Wie die Erde ihr System erforscht

Wasseraufbereitungsanlage im Gepäck

Zu der Fracht gehörte ein Wasseraufbereitungssystem, ein Kühlschrank, neue und komfortablere Schlafplätze und ein Fitnessgerät. Zudem soll eine Wasserwiederaufbereitung mit einem komplett geschlossenen Wasserkreislauf getestet werden, die sogar Kondenswasser und Urin wieder zu Trinkwasser verarbeitet.

Neuartiges Kommunikationssystem

Die US-Raumfahrtbehörde NASA gab unterdessen bekannt, dass sie erstmals ein System für interplanetarische Internet-Kommunikation ausprobierte. Das neuartige Verfahren solle in der Zukunft komplexe Raummissionen mit mehreren Raumschiffen unterstützen. Bei dem Test wurden zunächst Datenpakete mit Dutzenden von Bildern zum Raumschiff Epoxi übermittelt, das sich auf einer Mission zum Kometen Hartley 2 befindet.

Wenig anfällig

"Dies ist der erste Schritt bei der Einrichtung einer vollkommen neuen Kommunikationsmöglichkeit im All, einem interplanetarischen Internet", sagte der Projektverantwortliche bei der NASA, Adrian Hooke. Bei dem Test sei es gelungen, eine Entfernung von mehr als 32 Millionen Kilometern zu überbrücken. Das System mit der Bezeichnung "Disruption-Tolerant Networking" (DTN) ist darauf ausgelegt, dass auch die im Weltraum üblichen Störungen wie etwa der Vorbeiflug eines Raumschiffes hinter einem Planeten oder Sonnenwinde die Informationsübermittlung nicht unterbrechen können.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: