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Space-Plane: US-Luftwaffe schickt Mini-Space-Shuttle ins All

Mini-Space-Shuttle erfolgreich ins All gestartet

23.04.2010, 14:35 Uhr | dpa, afp, AFP, dpa

Space-Plane: US-Luftwaffe schickt Mini-Space-Shuttle ins All. USA: Das geheimnisumwobene "Space Plane" ist erfolgreich von Cape Canaveral aus ins All gestartet (Foto: dpa)

Das geheimnisumwobene "Space Plane" ist erfolgreich von Cape Canaveral aus ins All gestartet (Foto: dpa)

Erstmals hat die US-Luftwaffe ein eigenes Raumschiff ins All geschossen: Am frühen Freitagmorgen startete das geheimnisumwobene "Space Plane" erfolgreich zu seinem Jungfernflug. Vom militärischen Teil des Weltraumbahnhofs Cape Canaveral (Florida) wurde das unbemannte Mini-Shuttle von einer Atlas-V-Rakete um 1.52 Uhr in den Orbit befördert. Scharfe Kritik an der Mission kam aus Russland.

Wie lange das Shuttle im All bleiben soll, hielt das Pentagon ebenso geheim wie den genauen Zweck der Mission. Die Raumfähre kann mit einem Labor zur Erprobung von Materialien und Technologien im All ausgerüstet werden, teilte die Luftwaffe jüngst in einer Erklärung mit. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse könnten dann beim Einsatz von Satelliten genutzt werden.

Space-Shuttle im Miniaturformat

Bis zum Start war von dem ansonsten verhüllten Testraumschiff nur die Nasenspitze zu sehen. Es sieht aus wie die Mini-Version eines Space-Shuttles - gerade mal 8,90 Meter lang, mit einer Flügel-Spannweite von rund 4,60 Metern. Das unbemannte Raumschiff hat zwei gestutzte Flügel, eine Ladebucht und wiegt knapp fünf Tonnen.

Mit Sonnensegeln im All unterwegs

Das "Space Plane" soll die Erde in bis zu 900 Kilometer Höhe umkreisen. Wie es heißt, sollen beim Jungfernflug des Militärshuttles zunächst die Navigations- und Flugleitsysteme, Hochtemperatur-Materialien und Dichtungen geprüft werden. Die Raumfähre soll im Orbit unter anderem ihre Ladebucht öffnen und ihre Sonnensegel entfalten.

Kritik aus Russland

Als Antwort auf das Space Plane der USA solle Moskau nach Ansicht von Ex-Luftwaffenchef Anatoli Kornukow ein neues System zur Abwehr von Angriffen aus dem All und der Luft entwickeln. Der X-37B-Orbiter werde die Kampffähigkeit der USA deutlich erhöhen, sagte Kornukow nach Angaben russischer Medien. Er kritisierte das Projekt scharf. "Die USA haben schlichtweg auf die Rufe Russlands und der Welt gespuckt, auf die Pläne zur Stationierung von Waffen im Weltraum zu verzichten."

"Bedrohung aus dem Weltall"

Das "Space" Plane zeige nach Ansicht von Kornukow das Bestreben der USA, "in den Weltraum zu gelangen und uns zu bedrohen". Darauf müsse Moskau mit "Taten statt Worten" reagieren. "Die Aggressoren aus dem All könnten Russland in etwas wie den Irak oder Jugoslawien verwandeln", sagte der Ex-Luftwaffenchef und verwies auf die Verwüstungen in den beiden Staaten durch Luftangriffe US-geführter Truppen.

Heimkehr in maximal 270 Tagen

Auf die Erde zurück kommen soll das "Space Plane" irgendwann innerhalb der nächsten 270 Tage - denn auf diese maximale Flugzeit ist es ausgelegt. "Ehrlich gesagt, wissen wir nicht sicher, wann es zurückkommt", sagte der für Raumfahrt-Programme zuständige stellvertretende Luftwaffen-Staatssekretär Gary Payton in einer Telefonkonferenz. Die vollautomatisierte Landung ist dann auf der Air-Force-Basis Vandenberg in Kalifornien vorgesehen. Danach soll das "Space Plane" in nur zehn bis 15 Tagen wieder einsatzbereit sein. "Wenn wir den Vogel zurückhaben, sehen wir, wie lange es wirklich dauert, bis wir ihn wieder fit haben", sagte Payton.

Ergebnis von mehr als zehn Jahren Arbeit

Seit über zehn Jahren ist an dem sogenannten Orbital Test Vehicel (OTV) gearbeitet worden. Angefangen wurde das Projekt namens X-37B in den späten 1990er Jahren zunächst von der zivilen Raumfahrtbehörde NASA, 2004 übernahm dann das Militär - zusammen mit dem Hersteller, der Boeing-Abteilung "Phantom Works".

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