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Studie zur Schwerelosigkeit: Acht Wochen für die Raumfahrt ins Bett

Studie zur Schwerelosigkeit  

Acht Wochen für die Forschung ins Bett

09.09.2015, 15:32 Uhr | dpa, t-online.de

Studie zur Schwerelosigkeit: Acht Wochen für die Raumfahrt ins Bett. Studie zur Schwerelosigkeit: Acht Wochen für die Wissenschaft ins Bett. (Quelle: dpa)

Studie zur Schwerelosigkeit: Acht Wochen für die Wissenschaft ins Bett. (Quelle: dpa)

Sehr entspanntes Forschen für die Raumfahrt: Zwölf Männer dürfen die nächsten zwei Monate im Bett verbringen - und das im Dienst der Wissenschaft. Bei dem Experiment sollen die Folgen der Schwerelosigkeit für Astronauten getestet werden.

Bei der Studie im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur Esa dürfen die Probanden sich noch nicht einmal aufrichten - weder zum Essen noch zum Waschen. 

Training gegen Muskel- und Knochenabbau 

Durch die Passivität werden die Muskeln und Knochen der unteren Körperhälfte abgebaut - ähnlich wie bei den Astronauten im All. Die Forscher wollen untersuchen, ob sich dieser Abbauprozess durch ein intensives Training aufhalten lässt.

Dazu wird die Hälfte der Versuchspersonen auf einem speziellen Trainingsgerät liegend mehrmals in der Woche ein Sprungtraining absolvieren. "Wir wollen herausfinden, ob dieses sehr intensive Training eine effektive Gegenmaßnahme gegen den Knochen- und Muskelabbau sein kann", erläutert der Leiter der Studie, Edwin Mulder.

"Ein kurzes knackiges Training mit einem starken muskulären Reiz - so etwas gibt es im All noch nicht", so Mulder.

Bislang müssen die Astronauten an Bord der internationalen Raumstation ISS zwei Stunden am Tag gegen den Schwund trainieren - auf dem Laufband oder Trimmrad.  

Umfangreiche Reha-Maßnahmen gehören dazu 

Für die Untersuchung sind die Betten um bis zu sechs Grad zum Kopf hin geneigt, damit die Körperflüssigkeiten wie in der Schwerelosigkeit Richtung Oberkörper fließen.

In den acht Wochen wird voraussichtlich die Knochendichte an Beinen und Hüften um zwei bis vier Prozent abnehmen. Die Muskeln in Beinen und Rücken werden abgebaut - am stärksten der Wadenmuskel mit bis zu 25 Prozent. 

Nach der Studie kommen die Teilnehmer in eine Reha-Maßnahme. "Bisher wissen wir, dass Knochenabbau wieder vollständig reversibel ist, allerdings dauert es länger, bis der ursprüngliche Zustand erreicht ist - und diesen Mechanismus wollen wir besser verstehen", sagte der medizinische Leiter der Studie Ulrich Limper. Bis zu zwei Jahre nach der langen Bettruhe sollen noch fünf Nachfolgeuntersuchungen stattfinden.

Weitere Testpersonen gesucht 

Jetzt liegen die Testpersonen erst einmal in der DLR-Forschungseinrichtung in Einzelzimmern mit einheitlich geregelter Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Sie dürfen zwar keinen Besuch bekommen, aber mit Handy und Internet Kontakt zur Außenwelt halten.

Für eine zweite Studienphase Ende Januar suchen die Forscher noch weitere Testpersonen zwischen 20 und 50 Jahren. Interessenten müssen ein Auswahlverfahren durchlaufen, zu dem auch psychologische Fragen und medizinische Untersuchungen gehören.

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