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Osiris Rex Mission startet: Kracht Asteroid Bennu auf die Erde?

"Osiris Rex"-Mission startet  

Kracht Asteroid Bennu auf die Erde?

Von Ulrich Weih

08.09.2016, 17:20 Uhr
Osiris Rex Mission startet: Kracht Asteroid Bennu auf die Erde?. Osiris Rex geht auf eine weite Reise: 650 Millionen Kilometer beträgt die Bahn zum Asteroiden Bennu.  (Quelle: dpa)

Osiris Rex geht auf eine weite Reise: 650 Millionen Kilometer beträgt die Bahn zum Asteroiden Bennu. (Quelle: dpa)

Bennu hat einen Durchmesser von 500 Metern, ist 62 Millionen Tonnen schwer und pechschwarz. Für die Nasa ist er der gefährlichste derzeit bekannte Asteroid. Denn in rund 150 Jahren wird Bennu der Erde gefährlich nahe kommen - und könnte im schlimmsten Fall zu einer Katastrophe führen.

Um möglichst bald genauere Daten von Bennu in der Hand zu haben, schickt die Nasa die Sonde Osiris Rex auf den langen Weg zu dem Asteroiden. Der Start erfolgte Freitagnacht.

Die Mission soll aber nicht nur das Gefährdungspotential von Bennu erforschen, sondern auch Genaueres zu seiner Entstehung und Zusammensetzung liefern. Zu diesem Zweck hat die sechs Meter lange, zweieinhalb Meter breite und rund 2100 Kilogramm schwere Sonde fünf Messgeräte und mehrere Kameras an Bord. 

Akrobatische Aufnahme von Bodenproben 

Wenn alles gut geht, wird Osiris Rex im Jahr 2018 - nach einer Reise von mehr als 650 Millionen Kilometern - den Asteroiden erreichen. In einer Entfernung von rund 700 Metern soll dann Bennu umkreist, fotografiert und kartografiert werden. Anhand der Aufnahmen will sich die Nasa dann für einen Platz entscheiden, an dem die Sonde sich dem Asteroiden weiter nähert. 

Denn eine Landung - so wie Philae auf dem Komenten Tschuri - ist nicht vorgesehen. Osiris Rex wird ganz nah zur Asteroidenoberfläche herabsinken und dann einen drei Meter langen Roboterarm ausfahren. Innerhalb weniger Sekunden sollen zwischen 60 und 2000 Gramm Bodenpartikel aufgesaugt werden.

Das Aufsaugen der Bodenprobe soll bis 2020 erfolgt sein, spätestens 2021 darf sich Osiris Rex dann wieder auf den Heimflug begeben. In einer stabilen Kapsel mit Hitzeschild und Fallschirmen sollen die Proben schließlich im Jahr 2023 zur Erde schweben.

Blick in die Vergangenheit 

Von den Proben versprechen sich die Wissenschaftler Informationen über Bennus Zusammensetzung. Weil der Asteroid pechschwarz ist, vermuten sie, dass er hauptsächlich aus Kohlenstoff besteht. Gleichzeitig ist seine Analyse auch ein Blick in die Vergangenheit: Bennu dürfte vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden sein.  

"Wir fliegen zu Bennu, weil wir wissen wollen, was der Asteroid während seiner Entstehung erlebt hat", sagt Nasa-Manager Edward Beshore. "Die Erfahrungen von Bennu werden uns mehr über unser Sonnensystem und dessen Entstehung beibringen. 

Bennu kommt der Erde gefährlich nah  

Bennu rast alle sechs Jahre an unserem Planeten vorbei. Im Jahr 2135 reicht seine Bahn jedoch extrem nah an die Erde heran - er wird uns näher kommen als der Mond. Und dann könnte es laut Nasa brenzlig werden: Durch die Anziehungskräfte dürfte sich die Bahn des Asteroiden verändern - Forscher wollen nicht ausschließen, dass er bei einer darauffolgenden Umrundung auf die Erde krachen könnte. Die Wahrscheinlichkeit für einen Crash liegt derzeit bei 1 zu 2700.

Aber selbst wenn es zu einer Kollision käme: Es würde wohl ein gewaltiger Krater oder ein verheerender Tsunami entstehen, aber das Leben auf der Erde wäre nach Ansicht von Experten wohl nicht gänzlich ausgelöscht. Dennoch will die Nasa gewappnet sein.

Bennu war erst 1999 entdeckt worden. Er gehört zu den sogenannten Appollo-Asteroiden, von denen rund 8000 Exemplare bekannt sind. 

Staubsauger für eine Milliarde Dollar 

Die rund eine Milliarde Dollar teure Mission ist der erste Versuch der Nasa, eine Probe von einem Asteroiden zur Erde zu bringen. Bereits 2005 war die japanische Raumsonde Hayabusa auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Die europäische Raumfahrtagentur Esa hatte 2014 mit der Sonde Rosetta das Minilabor Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt, der Kontakt brach jedoch ab. Erst kürzlich wurde Philae wiederentdeckt - in einer Felsspalte auf dem kosmischen Brocken.


Mit Material der dpa. 

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