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Astronauten-Futter: Ernte-Experiment in der Antarktis

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Gewächshaus in der Antarktis  

Hier wachsen Tomaten, Gurken und Salat

25.06.2018, 19:02 Uhr | AFP

Astronauten-Futter: Ernte-Experiment in der Antarktis. Das Gewächshaus in der Antarktis: Bei Außentemperaturen von bis zu minus 45 Grad wächst hier Gemüse. (Quelle: dpa/DLR)

Das Gewächshaus in der Antarktis: Bei Außentemperaturen von bis zu minus 45 Grad wächst hier Gemüse. (Quelle: DLR/dpa)

Ohne Erde, Sonnenlicht und Pestizide wächst das Gemüse in einem Treibhaus am Südpol. Forscher sind begeistert – denn was in der Schneewüste grünt, könnte auch im All gedeihen.

Die Ernte im Antarktisgewächshaus Eden-ISS läuft auf vollen Touren: Die von deutschen Forschern entwickelte Testanlage für den Lebensmittelanbau im Weltall hat inzwischen ihren "vollen Betrieb" erreicht, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilte. Pro Woche würden dort mitten in der winterlichen Polarnacht 1,8 Kilo Gurken, 0,74 Kilo Tomaten und 0,4 Kilo Kohlrabi geerntet.

Dazu produziere DLR-Experte Paul Zabel auch Radieschen, Salate und verschiedene Kräuter. Die extremen Witterungsbedingungen in der Antarktis mit Temperaturen von bis zu minus 45 Grad forderten die Technik dabei enorm und lieferten "wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Pflanzenzucht auf Mond und Mars", betonte das DLR.

Das Antarktisgewächshaus wurde an der Forschungsstation Neumayer III errichtet, die vom deutschen Alfred-Wegener-Institut (AWI) betrieben wird. Die Ernte aus dem Spezialcontainer bereichert nun Speiseplan der zehn Mitglieder der sogenannten Überwinterungscrew der Station, die dort während des eisigen Polarwinters ausharrt.

Seit der ersten Ernte Anfang April erzeugte die Anlage auf ihren 13 Quadratmetern Anbaufläche bereits rund 39 Kilo Salat, 35 Kilo Gurken, 17 Kilo Tomaten, sieben Kilo Kohlrabi und vier Kilo Radieschen. "Besonders gut gedeihen Gurken", berichtete der Projektleiter Daniel Schubert, der den Fortgang der Experimente in einem Kontrollzentrum im DRL-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen verfolgt. Paprika und Erdbeeren seien "anspruchsvoller".

Anlage kommt ohne Erde aus

Das Eden-ISS-Gewächshaus ist eine von der Außenwelt unabhängige Anlage, in der Obst und Gemüse bei künstlichem Speziallicht ohne Erde steril angebaut werden. Wasser und Nährstoffe bewegen sich in einem geschlossenen Kreislauf. Das Hightechmodul des DLR ist ein Pilotprojekt zur Erforschung des Nutzpflanzenanbaus unter extremen Bedingungen. Die Entwickler denken dabei an künftige bemannte Weltraummissionen, aber auch an den Lebensmittelanbau in Wüsten und vergleichbaren lebensfeindlichen Regionen auf der Erde.

Tomaten wachsen in einem speziellen Gewächshaus in der Antarktis: Auch ohne Tageslicht werden die Früchte später noch rot. (Quelle: dpa/DLR)Tomaten wachsen in einem speziellen Gewächshaus in der Antarktis: Auch ohne Tageslicht werden die Früchte später noch rot. (Quelle: DLR/dpa)

Der aktuelle Polarwinter auf der Südhalbkugel dient dabei als Härtetest für Technik und Personal. Mitte Juni musste Eden-ISS sogar drei Tage lang vom Bremer Kontrollzentrum aus ferngesteuert werden, weil Zabel wegen eines schweren Sturms nicht in der Lage war, die 400 Meter von der Neumayer-Station zu dem Pflanzmodul zu überwinden. "Die Arbeit im und am Gewächshaus ist sehr intensiv", erklärte der Raumfahrtexperte, der das Projekt vor Ort betreut.

Zabel hat dabei auch immer wieder mit technischen Problemen zu tun. So musste er dem DLR zufolge in den vergangenen Wochen unter anderem den Ausfall eines Regelungsventils im Kühlsystem sowie "Unstimmigkeiten im komplexen Steuerungssystem" beheben. Für die Forscher ist das aber kein Grund für Verärgerung - im Gegenteil: Die technischen Ausfälle und deren Reparatur lieferten "wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse" für den Dauerbetrieb solcher Anlagen.

Verwendete Quellen:
  • AFP

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