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Berliner Holzmarktprojekt vor Neustart

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Berliner Holzmarktprojekt vor Neustart

26.07.2019, 11:30 Uhr | dpa

Berliner Holzmarktprojekt vor Neustart. Holzmarkt am Spreeufer

Ein Gebäude der Strandbar Holzmarkt am Spreeufer. Foto: Jens Kalaene/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach jahrelangem Streit und Stillstand bei der Planung des Wohn- und Kreativprojekts Holzmarkt in Berlin-Friedrichshain soll es einen kompletten Neustart geben - und zwar ohne die bisher beteiligte Genossenschaft. Das teilte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg am Freitag mit.

Demnach sollen in den dort geplanten Hochhäusern bezahlbare Wohnungen vor allem für Studenten und ein Gründerzentrum entstehen. Der Gewerbeanteil soll dabei bei rund zwei Dritteln liegen. Als mögliche Partner sieht der Bezirk unter anderem eine Universität und eine städtische Wohnungsbaugesellschaft.

Eigentlich wollte die Holzmarkt-Genossenschaft auf dem Eckwerk genannten Filetgrundstück an der Spree Räume für bezahlbares Wohnen, Start-up-Unternehmen, Begegnung und die kreative Szene schaffen. Die vorliegenden Entwürfe für das Ensemble wurden international ausgezeichnet.

Aus unterschiedlichen Gründen liegt jedoch auch nach Jahren kein Planungs- und damit Baurecht vor. Der zuständige Bezirk und die Genossenschaft gaben sich gegenseitig die Schuld daran. Ein im Vorjahr von der Genossenschaft angestrengtes Vermittlungsverfahren scheiterte, es gibt auch rechtliche Auseinandersetzungen.

"Der Holzmarkt ist nicht mehr direkt an der neuen Projektentwicklung beteiligt", erläuterte Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) nun den neuen Stand. Man wolle jedoch Belange der Genossenschaft, die nebenan bereits ein Areal mit Wohnungen, Büros, Gastronomie und Kreativangeboten betreibt, dabei berücksichtigen.

"Insbesondere soll eine Nutzung des Areals nicht den Betrieb des Holzmarkts oder des geplanten Gästehauses einschränken." Dazu werde es enge Abstimmung mit den Betreibern geben.

In der Genossenschaft engagiert sich unter anderem der Filmemacher Tom Tykwer ("Babylon Berlin"). Die von ihr mitgetragene Eckwerk Entwicklungs Gmbh erklärte, die von Schmidt angekündigten Pläne seien nicht neu. Man begrüße aber, dass das Bezirksamt nun dahinter stehe und das Projekt realisieren wolle. Allerdings: Wegen anhaltender Rechtsstreitigkeiten, etwa um eine vom Bezirk bislang abgelehnte Millionenentschädigung für Planungsleistungen, "kann eine Befriedung des Konflikts leider noch nicht bestätigt werden", so ein Eckwerk- Sprecher.

Eigentümer des Geländes an der Ecke Holzmarktstraße/An der Michaelbrücke ist die Schweizer Abendrot-Stiftung. Zunächst hatte sie es 2012 der Holzmarkt-Genossenschaft per Erbpacht überlassen, allerdings musste diese wegen der Verzögerungen bei den Planungen vor geraumer Zeit aus finanziellen Gründen passen.

Jetzt soll das Gelände laut Bezirksamt in Erbbaurecht an eine Projektgemeinschaft gehen, die "Projektentwickler, Erbbaurecht- Nehmer, Finanzierungspartner und Betreiber" umfasst. "Vorzugsweise soll eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft als Partnerin Teil des Konsortiums sein", hieß es.

Die Stiftung führe derzeit Gespräche mit geeigneten und interessierten Partnern. Für Ende des Jahres sei die Unterzeichnung einer Entwicklungsvereinbarung geplant. Zwischenzeitlich hatte die Stiftung erwogen, das Gelände zu verkaufen.

"Nach den Schwierigkeiten der letzten Jahre bin ich froh, dass es nun weitergeht mit dem Gewerbe- und Wohnungsbau am Holzmarkt", erklärte Schmidt. "Eine Kombination von kommunalem Wohnen und gemeinwohlorientiertem Gründerinnenzentrum wäre ein innovatives Projekt, das gut zum Projekt passt."

Realisiert werden solle das Vorhaben in einem dichten Hochhausensemble mit nachhaltigen Materialien, wie es ein früherer Beschluss des Bezirksamts vorsehe. "Ein Modellprojekt für die wachsende und sozialverträglich verdichtete Stadt darf daher erwartet werden."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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