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Zentralrat der Juden protestiert gegen Schächtverbot

Berlin  

Zentralrat der Juden protestiert gegen Schächtverbot

15.08.2019, 17:25 Uhr | dpa

Der Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen das Vorhaben der niedersächsischen CDU-Fraktion, künftig keine Ausnahmen mehr für Muslime beim betäubungslosen Schlachten von Tieren zuzulassen. "Obwohl das Verbot im Hinblick auf das muslimische Opferfest gefordert wird, trifft es die jüdische Gemeinschaft im Besonderen, da im Judentum der Verzehr nicht geschächteter Tiere verboten ist", schreibt Zentralrats-Präsident Josef Schuster den Landtagsabgeordneten in einem Brief, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitiert.

Schuster kritisierte die CDU dafür, dass sie sich mit ihrer Forderung einem Vorstoß der AfD anschließt. "Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass die niedersächsische AfD im Frühjahr vergangenen Jahres gefordert hat, keine Ausnahmegenehmigungen für das Schächten mehr zu erteilen." Der Zentralratspräsident appellierte an die Abgeordneten, ihren Beschluss rückgängig zu machen.

Die Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschlands (AKK) wandte sich unterdessen mit einem Protestschreiben, das der dpa vorliegt, an CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Diese möge dafür sorgen, dass eine Kritik am Schächten innerhalb der CDU "nicht zur bloßen Demagogie wird, die das Rechtsgut der Religionsfreiheit, aber auch das Miteinander in unserer offenen Gesellschaft beschädigt". Die pauschale Kritik am Schächten gehöre seit dem Mittelalter zum Repertoire judenfeindlicher Polemik, die die Nationalsozialisten 1933 in Form eines Schächtverbotes aufgegriffen hätten.

Wie im Vorjahr hatte Niedersachsen in diesem Jahr zum islamischen Opferfest eine Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schlachten an einen Betrieb für maximal 200 Schafe und Ziegen erteilt. In Deutschland ist das Schlachten ohne vorherige Betäubung - dies wird als Schächten bezeichnet - grundsätzlich verboten. Der Tierschutz verlangt eine Betäubung, die das Schmerzempfinden der Tiere sicher ausschaltet. Um zugleich die Religionsfreiheit mit entsprechenden Glaubensvorschriften zu gewährleisten, sind aber Ausnahmen möglich. Zum Wohl der Tiere müsse man diese abschaffen, forderte am Donnerstag der CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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