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Proteste fürs Klima: Party-Demos, Schiffskorso und Blockaden

Berlin  

Proteste fürs Klima: Party-Demos, Schiffskorso und Blockaden

17.09.2019, 12:55 Uhr | dpa

Proteste fürs Klima: Party-Demos, Schiffskorso und Blockaden. Straßenblockade auf der Warschauer Straße

Eine Aktivistin der Bewegung "Extinction Rebellion" liegt bei einer Straßenblockade auf dem Boden. Foto: Christophe Gateau/Archiv (Quelle: dpa)

Mit Demonstrationen, einem Schiffskorso, einem Party-Protestzug und gezielten Straßenblockaden wollen mehrere tausend junge Menschen am Freitag dem Aufruf der Bewegung Fridays for Future folgen und für mehr Klimaschutz kämpfen. Sie wollen damit die Streik- und Protestaufrufe in der ganzen Welt unterstützen. "Wir müssen gemeinsam der Politik zeigen, dass es uns ernst ist", sagte der Vertreter von Fridays for Future, Quang Paasch, am Dienstag in Berlin. Angemeldet sind in Berlin für die größte Kundgebung 10 000 Teilnehmer. Weltweit sind Proteste in mehr als 2000 Städten in 129 Staaten angekündigt. In Deutschland sind 400 Demonstrationen geplant.

Für Berlin kündigten Vertreter der linken Bündnisse Ungehorsam für alle und Extinction Rebellion an, mit Sitzstreiks und Sitzblockaden Teile des Berliner Autoverkehrs lahmzulegen. "Ab 16.00 Uhr wird es im gesamten Berliner Stadtgebiet zu Straßenblockaden kommen", sagte Hannah Eberle vom Bündnis "Ungehorsam für alle". Die genauen Orte, an denen sich die protestierenden Schüler und Studenten auf die Straße setzen wollen, werde man vorher aber nicht bekanntgeben. Eberle betonte: "Ich lade alle Berliner ein, besser ihr Auto am Freitag zu Hause zu lassen."

Die verschiedenen Bündnisse appellierten auch an alle Erwachsenen, nicht zur Arbeit zu gehen, sondern zu demonstrieren. Eine ganze Reihe von Firmen gebe den Angestellten dafür frei, sagte ein Unternehmer. Ansonsten gehe es um einen "kollektiven Regelübertritt", sagte Eberle. "Alle Menschen sind eingeladen, teilzunehmen. Die einen setzen sich auf die Straße, die anderen gehen nicht zur Arbeit." Es gehe um einen "sofortigen Ausstieg" aus der Stromerzeugung durch Kohle.

Der Berliner Senat erlaubt seinen Beamten und Angestellten, am Freitag während der Arbeitszeit an den Demonstrationen teilzunehmen - allerdings muss die Zeit nachgearbeitet werden.

Geplant sind in Berlin am Freitag folgenden Proteste:

7.30 Uhr: Am Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg beginnt eine Fahrrad-Demonstration durch die Innenstadt.

11.00 Uhr: Am Finanzministerium wollen Unternehmer im Business-Anzug ein Signal aus der Wirtschaft an die Politik senden. Sie fordern einen spürbaren Preisaufschlag auf Öl, Gas und Kohle. 3000 Unternehmen unterschrieben den Demo-Anruf. Vom Finanzministerium wollen die Unternehmer zum Brandenburger Tor ziehen. Laut Polizei sind 500 Teilnehmer angemeldet.

12.00 Uhr: Am Brandenburger Tor startet eine Demonstration der verschiedenen Bündnisse mit dem Motto "Alle fürs Klima". Sie führt durch die Behrendtstraße, die Glinkastraße, über die Spree zur Reinhardtstraße und zurück zum Brandenburger Tor. Die Veranstalter hoffen auf 10 000 Teilnehmer. Parallel sollen auf der Spree im Regierungsviertel Boote mit Protestierern unterwegs sein.

15.00 Uhr: Am Potsdamer Platz beginnt die Demonstration der Berliner Clubs und ihrer Unterstützer. Musikwagen und tanzende Demonstranten wollen über die Leipziger Straße, die Kochstraße und die Axel-Springer-Straße zum Alexanderplatz ziehen. Das Motto lautet "Rave-Aufstand - No Future No Dancefloor". Angemeldet zu dem "Rave-Aufstand" sind laut Polizei 6000 Teilnehmer.

16.00 Uhr: An verschiedenen Orten wollen die Demonstranten Straßen blockieren, indem sie sich auf Kreuzungen oder Durchgangsstraßen setzen. Sitzblockaden und Besetzungen seien "wirksame Mittel, um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen", hieß es in einer Mitteilung.

Der Streikaufruf der Bewegung Fridays for Future wird in Deutschland unterstützt von Greenpeace, Brot für die Welt, der Evangelischen Kirche und der Gewerkschaft Verdi. Die Berliner Grünen forderten die Firmen auf, ihren Angestellten am 20. September ohne Gehaltseinbußen freizugeben, wenn diese am Klimastreik teilnehmen wollen. Die Ärzte-Organisation Marburger Bund erklärte: "Klimaschutz ist Gesundheitsschutz".

Widerspruch kam vom Berliner FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe: "Erklärtes Ziel der martialisch selbst als "Aufstände" bezeichneten Aktionen ist es, das öffentliche Leben zu stören." Der Senat müsse sich an die Seite der Polizei und der Millionen Berliner stelle, "deren Freiheit hier durch ein paar Extremisten gestört werden soll". Es gehe den Organisatoren offensichtlich nicht darum, "friedlich zu argumentieren, sondern eine gewaltsame Spaltung der Gesellschaft zu betreiben".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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