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Tote Mutter mehr als zwei Jahre im Keller: Rentenbetrug?

Berlin  

Tote Mutter mehr als zwei Jahre im Keller: Rentenbetrug?

18.09.2019, 10:59 Uhr | dpa

Tote Mutter mehr als zwei Jahre im Keller: Rentenbetrug?. Blaulicht auf Polzei-Fahrzeug

Blaulicht auf Polzei-Fahrzeug. Foto: Jens Büttner/Archiv (Quelle: dpa)

In einem selbstgezimmerten Brettersarg hat ein Berliner seine tote Mutter mehr als zwei Jahre lang in einem Pankower Mietshaus versteckt - vermutlich um ihre Rente zu kassieren. Die Staatsanwaltschaft habe den Fall übernommen und prüfe den Verdacht des Leistungsbetrugs, sagte Sprecher Martin Steltner am Mittwoch. Die Polizei hatte eine entsprechende Strafanzeige gestellt.

Der 57-Jährige habe eingeräumt, die Tote versteckt zu haben, sagte eine Polizeisprecherin. Zuvor hatten "Bild" und "B.Z." berichtet. Die 85-Jährige starb nach bisherigen Erkenntnissen im Frühjahr 2017 eines natürlichen Todes. "Es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden", sagte Steltner.

Der Sohn habe die Seniorin aber nicht bestatten lassen, sondern in der selbstgebauten Kiste in seinen Kellerverschlag geschafft, so die Polizei. Dies sei, "so makaber das klingen mag", lediglich eine Ordnungswidrigkeit, sagte die Sprecherin. In Deutschland müssen Tote bestattet werden.

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei wurde das Versteck bei einem Polizeieinsatz in dem Haus entdeckt. Dabei sei aufgefallen, dass die Frau in der Wohnung des 57-Jährigen zwar gemeldet war, aber nicht angetroffen wurde. Der Sohn habe sich bei seinen Antworten in Widersprüche verstrickt und schließlich das Versteck im Keller eingeräumt. Er war nach der Entdeckung der Leiche zunächst festgenommen worden, kam dann aber wieder auf freien Fuß.

Noch bleiben Fragen offen: Warum bemerkte niemand Leichengeruch? Und wie kam die Bretterkiste in den Keller? Die "B.Z." schreibt, der Sohn soll den Sarg aufrecht stehend mit Bauschaum an einer Wand fixiert und mit Nitroverdünner gegen den Geruch überschüttet haben.

In einem anderen Berliner Fall war ebenfalls eine Leiche versteckt worden, um die Rente zu kassieren. Ein Berliner Trödelhändler war im April 2018 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Laut Urteil hatte er einen einsamen Rentner erschossen und jahrelang in einer Tiefkühltruhe verborgen, um dessen Rente von monatlich 2000 Euro zu kassieren.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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