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Rassismus-Vorwurf: Hertha-Junioren brechen Spiel ab

Berlin  

Rassismus-Vorwurf: Hertha-Junioren brechen Spiel ab

14.12.2019, 20:50 Uhr | dpa

In der Kabine versammelten sich die Nachwuchsspieler von Hertha BSC für ein gemeinsames Teamfoto und demonstrierten so Einigkeit. Arm in Arm präsentierte sich das U16-Team der Berliner, nachdem einige Kicker nach Angaben des Fußballclubs von ihren Gegenspielern im Regionalligaspiel beim VfB Auerbach rassistisch beleidigt worden waren. Das Team habe den Schiedsrichter am Samstag darauf hingewiesen, sich danach entschieden, das Spielfeld beim Stand von 2:0 zu verlassen und die Partie abzubrechen, teilte Hertha mit. Auerbach bedauerte die Vorfälle, verwahrte sich in einer Stellungnahme aber gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf.

Der Hauptstadtclub verurteile "Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form". Trainer Sofian Chahed twitterte das Mannschaftsfoto des Nachwuchses und schrieb dazu: "Es darf keinerlei Spielraum für Rassismus auf und neben dem Platz geben!" Der frühere Bundesligaprofi berichtete in der "Bild"-Zeitung: "Beim Halbzeitpfiff hat ein Spieler von uns plötzlich bitterlich geweint. Auf meine Nachfrage hat er geantwortet, dass er permanent rassistisch beleidigt wurde."

Die Vereinsführung unterstützte den Schritt des Teams. "Vielleicht ist diese Maßnahme ein Weckruf, dass wir alle gemeinsam - Spieler, Vereine, Verbände und Fans - endgültig diesem Problem Herr werden. In einer solchen Situation sind uns Werte und eine klare Haltung wichtiger als ein Sieg oder eine Niederlage auf dem Platz", sagte Paul Keuter, Mitglied der Hertha-Geschäftsführung.

"Der VfB Auerbach hat mit großem Bedauern den Schritt der U16 von Hertha BSC wahrgenommen, das Regionalliga-Spiel vorzeitig zu beenden. Der VfB Auerbach verwehrt sich gegen den erhobenen Rassismus-Vorwurf", heißt es in der Stellungnahme. Die Schiedsrichter hätten keine "rassistische Äußerung wahrgenommen". Dies habe das Schiedsrichter-Gespann dem VfB nach dem Spiel bestätigt. "Auch ist der von Hertha BSC erweckte Eindruck falsch, es habe sich um ein Spiel gehandelt, das in irgendeiner Form von rassistischen Aussagen geprägt gewesen sein soll."

Auerbachs Manager Volkhardt Kramer erhob am Sonntag im Gespräch mit dem MDR wiederum selbst schwere Vorwürfe gegen den Hertha-Nachwuchs und warf ihnen schlimme Pöbeleien vor. "Da sind Worte und Sätze gefallen, das war einfach nur unterirdisch", sagte Kramer.

Der Nordostdeutsche Fußballverband prüft nun die Einleitung eines Verfahrens. Das bestätigte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Dieser Schritt könne frühestens am Montag vollzogen werden.

Kramer kündigte einen Bericht beim Verband an. "Als die Berliner das Spielfeld endgültig verließen, wollten unsere Zuschauer, dass sie weiterspielen", sagte er der "Bild". "Die Eltern und Großeltern, die unsere rund 25 Zuschauer bildeten, wurden von einigen Berlinern als Nazis betitelt."

Für Hertha ist es der zweite Rassismus-Vorfall binnen weniger Tage. U23-Spieler Jessic Ngankam hatte in der vergangenen Woche nach einem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft der Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig berichtet, durch Affenlaute aus der Leipziger Fankurve und durch das Wort "Affe" von einem Gegenspieler beleidigt worden zu sein. Die Partie war für mehrere Minuten unterbrochen gewesen. Lok hatte sich von rassistischem Verhalten distanziert, Hertha verurteilte "rassistische Anfeindungen" gegen seinen Spieler "aufs Schärfste". Die Clubführung der Berliner räumte am Montag ein, dass man mit einer öffentlichen Stellungnahme zu lange gewartet habe.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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