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Erfurt wird als Standort für Stasi-Aktenarchiv geprüft

Erfurt  

Erfurt wird als Standort für Stasi-Aktenarchiv geprüft

15.12.2019, 08:56 Uhr | dpa

Erfurt soll in Zukunft der einzige Archivstandort für Akten der DDR-Staatssicherheit in Thüringen sein. Eine Machbarkeitsstudie über einen Archivneubau oder einen An- oder Umbau an einem vorhandenen Gebäude sei seit Herbst in Arbeit, sagte ein Sprecher der Stasi-Unterlagenbehörde in Berlin auf dpa-Anfrage. Künftig soll es in allen ostdeutschen Bundesländern jeweils nur noch einen Archivstandort für die Dokumente des DDR-Geheimdienstes geben. Derzeit erfülle keines der Länder die Voraussetzungen für eine archivgerechte Lagerung.

Befürchtungen, die derzeitigen Außenstellen der Stasi-Unterlagenbehörde in Erfurt, Gera und Suhl könnten im Zuge der Zentralisierung der Archive geschlossen werden, seien unbegründet, sagte der Behördensprecher. "Die Außenstellen bleiben erhalten als Anlauf-, Informations- und Beratungsstellen." Dort könnten die Bürger auch künftig ihre Akten einsehen. Sie könnten entscheiden, in welcher Außenstelle sie möglicherweise zusammen mit einem Fachmann Einblick nehmen wollten oder ob ihnen die Kopien der Aktien nach Hause geschickt würden.

In Thüringen lagerten derzeit rund zwölf Kilometer Stasi-Akten, davon 4,5 Kilometer in Erfurt, 3,9 Kilometer in Gera und 3,7 Kilometer in Suhl. Insgesamt seien 111 Kilometer Unterlagen der DDR-Staatssicherheit erhalten; davon lagerten rund 50 Kilometer in Berlin.

Bei der Standortprüfung gehe es darum, ob ein Archivbau in Kooperation mit einer Gedenkstätte möglich sei, sagte der Behördensprecher. Das sei in Erfurt der Fall. Zu einem Zeitplan könnte derzeit noch nichts gesagt werden. "Wir reden über einen längeren Zeitraum."

Der Bundestag hatte im September einem Konzept für die dauerhafte Sicherung der Stasi-Unterlagen durch ihre Überführung in das Bundesarchiv zugestimmt. Die Akten lagern aber weiter in Berlin sowie den ostdeutschen Bundesländern.

In Thüringen ist das Interesse an Akteneinsicht ungebrochen. In diesem Jahr wurden bis Ende November nach Angaben der Unterlagen-Behörde mehr als 8800 Anträge auf Akteneinsicht gestellt. Bürger hatten vor 30 Jahren dafür gesorgt, dass die DDR-Staatssicherheit die Unterlagen über die Bespitzelung vieler DDR-Bürger nicht vernichten konnte. Die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt war die erste, die von Bürgerrechtlern besetzt worden war.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden allein in Thüringen nach Angaben der Stasi-Unterlagenbehörde fast 542 000 Anträge auf Akteneinsicht gestellt - davon etwa 257 000 in Erfurt, 145 000 in Gera und 140 000 in Suhl. Die Dokumente werden Bürgern, aber auch öffentlichen Stellen sowie Wissenschaftlern und Medien auf Antrag zur Verfügung gestellt. Auch für die Rehabilitierung von SED-Opfern oder die Strafverfolgung spielen sie nach wie vor eine Rolle.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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