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Berlin: Opposition verlangt nach Cyberangriff auf Kammergericht Aufklärung

Datenklau am Gericht  

Opposition verlangt nach Cyberangriff Aufklärung

28.01.2020, 15:10 Uhr | dpa

Berlin: Opposition verlangt nach Cyberangriff auf Kammergericht Aufklärung. Das Kammergericht am Kleistpark in Berlin: Sind bei dem Cyberangriff hochsensible Daten abgeflossen?  (Quelle: imago images/Mike Wolff/Tagesspiegel)

Das Kammergericht am Kleistpark in Berlin: Sind bei dem Cyberangriff hochsensible Daten abgeflossen? (Quelle: Mike Wolff/Tagesspiegel/imago images)

Auf das Berliner Kammergericht ist ein Cyberangriff verübt worden. Noch ist unklar, welche Daten abgeflossen sind. Die Opposition erhöht nun den Druck auf Justizsenator Dirk Behrendt.

Die Oppositionsfraktionen von FDP und CDU im Abgeordnetenhaus haben Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) fehlenden Aufklärungswillen bei dem Cyberangriff auf das Berliner Kammergericht vorgeworfen. Der Senator solle jetzt darlegen, welche Schäden entstanden sind und wie es weitergehe, sagte FDP-Abgeordneter Holger Krestel am Dienstag. Die CDU warf Behrendt vor, Informationen zurückzuhalten. An diesem Mittwoch solle der Grünen-Politiker im Rechtsausschuss erneut Stellung nehmen.

Das Kammergericht bekräftigte am Dienstag, es gebe keine Erkenntnisse, dass bei dem Cyberangriff mit der Schadsoftware Emotet hochsensible Daten abgeflossen sind.

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis90/ Die Grünen): Die Opposition fordert, dass er darstellen soll, welche Schäden entstanden sind. (Quelle: dpa/Annette Riedl/Archiv)Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis90/ Die Grünen): Die Opposition fordert, dass er darstellen soll, welche Schäden entstanden sind.

Am Montag hatte das Gericht mit Berufung auf ein Gutachten zu dem Trojaner-Angriff mitgeteilt, dass "aller Wahrscheinlichkeit nach" Daten gestohlen wurden. Die Justizverwaltung ging laut Mitteilung vom Montag davon aus, dass durch die Schadsoftware Passwörter, wie beispielsweise Browserpasswörter, abgeflossen seien.

Gerichtssprecher Thomas Heymann betonte am Dienstag, die Zugangsdaten hätten den Angreifern nichts mehr genützt, nachdem die Rechner vom Internet getrennt worden seien. Es sei nicht festgestellt worden, dass gespeicherte Dokumente wie Urteile oder Beschlüsse mit Daten wie Namen abgeflossen seien. "Das ist der Stand, den wir heute haben", so der Sprecher.

"Wir gehen davon aus, dass noch rechtzeitig gehandelt wurde"

Er gehe davon aus, dass Informationen etwa zu Prozessen zur Organisierten Kriminalität oder zu Terrorismus nicht in die Hände der Angreifer gelangt seien. "Wir gehen davon aus, dass noch rechtzeitig gehandelt wurde, bevor weiterer Schaden passiert ist", sagte Heymann zu einem Bericht des "Tagesspiegel" vom Dienstag.

Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) hatte den Virus im Computersystem Ende September bemerkt. Die Rechner wurden daraufhin vom Internet getrennt und das Kammergericht vom Netz genommen.

Das war offenbar nicht der einzige Fall von Datenklau in Berlin. Wie am Dienstag bekannt wurde, ist in der Klinik für Urologie im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum eine Festplatte mit 18.000 Datensätzen von Patienten gestohlen worden. Dabei handele es sich meist um Identitätsdaten und zum Teil auch um Informationen zu Diagnose und/oder Krankheitsbild, heißt es in einer Stellungnahme von Vivantes. Zunächst hatte die "Berliner Morgenpost" darüber berichtet. Der Einbruch in einen verschlossenen Dienstraum ereignete sich bereits im November.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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