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Berlin: Anwalt-Auto vor "Liebig34"-Prozess angegriffen

Linksextremisten unter Verdacht  

Anschlag auf Anwaltsauto vor "Liebig 34"-Prozess

30.01.2020, 11:48 Uhr | dpa

Berlin: Anwalt-Auto vor "Liebig34"-Prozess angegriffen. Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Vor dem Prozessstart um ein ehemals besetzte Haus in der Liebigstraße 34 haben Unbekannte einen Anschlag auf das Auto eines beteiligten Rechtsanwalts verübt. Ein Bekennerschreiben ist auf einer linksextremen Internetseite aufgetaucht.

Vor einem erneuten Prozessbeginn um das früher besetzte Haus "Liebig 34" in Berlin haben vermutlich Linksextremisten einen Anschlag auf das Auto eines beteiligten Rechtsanwalts verübt. In der Nacht zu Donnerstag seien Scheiben des Autos beschädigt und stinkende Buttersäure ins Innere geschüttet worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Mit rosa Schrift sei "L34" auf die Motorhaube gemalt worden: das Kürzel für die anarchistisch-feministische Hausgemeinschaft in der Liebigstraße 34 im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Das Auto gehört dem Rechtsanwalt des Hausbesitzers, der eine Räumungsklage gegen die Bewohnerinnen eingereicht hat.

Auf der linksextremen Internetseite "Indymedia" wurde dazu ein mutmaßliches Bekennerschreiben veröffentlicht. Der Anwalt mache die "Drecksarbeit für eines der größten Immoarschlöcher der Stadt", hieß es dort. Sein Auto "dürfte nach der Bearbeitung mit Hämmern, Bauschaum, Farbe und Buttersäure nur noch Schrottwert haben".

Weitere Anschläge vor Prozessbeginn

Vor dem Berliner Landgericht standen am Donnerstagvormittag zahlreiche Polizisten. Für die Zeit der Demo war die Turmstraße zwischen Rathenower Straße und Wilsnacker Straße für den Verkehr gesperrt, teilte die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mit. Die BVG-Busse der Linien 123 und 187 wurden zwischen U-Bahnhof Turmstraße und Quitzowstraße/Paulstraße umgeleitet. Am Eingang gab es strenge Kontrollen. Demonstranten forderten, dass die Bewohnerinnen bleiben dürfen. Das Haus "Liebig 34" gilt als eines der letzten Symbole der linksradikalen Szene in der Stadt.

Erst in der Nacht zu Montag wurde die Fassade des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg an der Frankfurter Allee beschädigt. Zehn Fenster wurden laut Polizei eingeschlagen sowie ein großer Schriftzug "L34" auf die Fassade geschmiert. Auch der Richter in dem Prozess wurde bereits im Internet bedroht. Erst kürzlich hatte es zudem einen Buttersäureanschlag auf ein Auto der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gegeben.

Prozess vertagt

Kurz nach Verhandlungsbeginn am Donnerstag wurde der Prozess jedoch vertagt. Der Anwalt des Bewohner-Vereins hatte einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt, weil dieser in Schriftsätzen nur die maskuline Form für alle Personen verwende. Kernanliegen des Vereins sei aber gerade die Geschlechterneutralität, sagte Anwalt Moritz Heusinger.

Da der Antrag zurückgestellt werden sollte, verließ der Anwalt die Verhandlung und nahm auf einer Zuschauerbank Platz. Das Gericht will nun am 30. April eine Entscheidung verkünden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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