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Berlin: Mordurteil gegen Raser erneut vor Bundesgerichtshof

Nach illegalem Autorennen  

Mordurteil in Berliner Raserfall erneut vor Bundesgerichtshof

23.04.2020, 13:30 Uhr | AFP

Berlin: Mordurteil gegen Raser erneut vor Bundesgerichtshof . Stele mit Bundesadler am Eingang zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Der BGH muss ein Urteil neu verhandeln. (Quelle: imago images/Symbolbild/Ralph Peters)

Stele mit Bundesadler am Eingang zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe: Der BGH muss ein Urteil neu verhandeln. (Quelle: Symbolbild/Ralph Peters/imago images)

In Berlin führte ein illegales Autorennen zum Tod eines unbeteiligten Mannes. Die beiden Fahrer wurden zunächst wegen Mordes verurteilt – nun muss der Bundesgerichtshof erneut entscheiden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe muss erneut über das bundesweit beachtete Mordurteil im Berliner Raserfall entscheiden. Am Donnerstag haben die Bundesrichter zum zweiten Mal verhandelt, ob zwei Männer nach dem Tod eines unbeteiligten Autofahrers bei einem illegalen Rennen auf dem Kurfürstendamm in Berlin wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt werden können. Das Urteil soll am 18. Juni verkündet werden.

Die damals 24 und 26 Jahre alten Männer waren Anfang 2016 nachts bei einem illegalen Autorennen über mehrere rote Ampeln gerast. Auf einer Kreuzung erfasste einer der beiden mit seinem Wagen das Auto eines 69-Jährigen, der noch am Unfallort starb. Im Februar 2017 verurteilte das Landgericht Berlin sie deshalb wegen Mordes zu lebenslanger Haft – es war das erste Mordurteil in einem derartigen Fall.

Doch der BGH hob dieses Urteil im März 2018 wieder auf. Die Bundesrichter hielten den bedingten Tötungsvorsatz nicht für ausreichend belegt. Der Fall ging deshalb nach Berlin zurück. Im August 2018 platzte dann zunächst eine Neuauflage des Prozess nach einem erfolgreichen Befangenheitsantrag gegen die Richter. Der inzwischen dritte Prozess gegen die beiden Männer endete im März 2019 erneut mit einem Mordurteil.

Auch Mittäter verurteilt

Das Landgericht ging für den Unfallverursacher von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus. Es sah zudem drei Mordmerkmale als erfüllt an: Als "gemeingefährliches Mittel" dienten demnach die Autos, um "Heimtücke" handle es sich ob der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers. "Niedrige Beweggründe" seien durch durch das Missverhältnis zwischen dem Anlass – dem Autorennen und eigenem Geltungsdrang – sowie der Tat gegeben.

Den zweiten Fahrer verurteilte das Gericht als Mittäter ebenfalls wegen Mordes. Auch bei ihm sahen die Richter den bedingten Tötungsvorsatz und die drei Mordmerkmale als erfüllt an.

Nun muss der vierte Strafsenat des BGH darüber entscheiden, ob die Verurteilung Bestand hat. Die Richter werden dabei die Berliner Urteilsbegründung auf Rechtsfehler prüfen. Wann nach der mündlichen Verhandlung am Donnerstag das Urteil fällt, ist unklar.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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