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Mehr Corona-Tests in Berlin geplant: Aber nicht für alle

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Mehr Corona-Tests in Berlin geplant: Aber nicht für alle

29.06.2020, 12:36 Uhr | dpa

Mehr Corona-Tests in Berlin geplant: Aber nicht für alle. Dilek Kalayci

Dilek Kalayci (SPD) bei einem Termin. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Der Berliner Senat will die Corona-Tests weiter schrittweise ausweiten - kostenfreie Tests für alle Menschen auch ohne Symptome wie in Bayern sind aber nicht geplant. Das machte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses deutlich.

"Wir wollen in Berlin mehr testen", sagte die SPD-Politikerin. Das betreffe auch Personen ohne Symptome. "Aber wir wollen schon auch gezielter testen." Gedacht sei hier analog einer Rechtsverordnung des Bundes an direkte Kontaktpersonen von Infizierten oder an Menschen, die in Risikobereichen etwa mit Publikumsverkehr arbeiteten.

Bislang lag der Fokus bei den Corona-Tests bei Mitarbeitern in Gesundheitswesen und Pflege. Zuletzt konnten sich auch Mitarbeiter ausgewählter Kitas und Lehrer an bestimmten Schulen testen lassen. Diese Angebot soll nun auf alle Kita-Erzieher und ab Mitte Juli auch auf alle Lehrer ausgeweitet werden, wie Regierungschef Michael Müller (SPD) am Wochenende mitteilte.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte am Sonntag angekündigt, dass sich im Freistaat bald jeder - auch ohne Symptome - auf das neuartige Coronavirus werde testen lassen können. Die Kosten will der Freistaat übernehmen, sofern die Kassen nicht einspringen. Kritiker sagen, negativ Getestete könnten sich nach dieser Momentaufnahme in falscher Sicherheit wiegen. Kurze Zeit später schon könnten sie sich irgendwo infizieren.

"Ich glaube, das Allerwichtigste ist, dass jeder, der Symptome hat, zügig getestet wird", sagte Kalayci. Dies bedeute Zielgenauigkeit und Sicherheit, dass sich nicht andere bei dem Betroffenen infizieren. Hier seien die Hausärzte von großer Bedeutung. Die Verantwortung für die Kosten der Tests sieht Kalayci in erster Linie bei den Krankenkassen.

Nach Angaben von Kalaycis Staatssekretär Martin Matz wurden in Berlin zuletzt pro Woche zwischen 19 000 und 25 000 Menschen auf Covid-19 getestet. "Es gibt im Moment Planungen, dass es nicht weniger, sondern mehr Teststellen geben soll", sagte er im Ausschuss - und zwar in jedem Bezirk eine. Damit solle sichergestellt werden, dass die erwartete Zunahme "asymptomatischer", also anlassloser Testungen auch vorgenommen werden kann.

Wie Matz weiter berichtete, verliefen die stichprobenartigen Corona-Tests von Schülern im Zuge der neuen Teststrategie des Senats bisher unterschiedlich. Die Quote der teilnehmenden Schüler lag demnach je nach Klasse zwischen 25 und 100 Prozent. Ein Grund für die teils geringe Beteiligung an den freiwilligen Tests sei die nötige Zustimmung der Eltern, die öfter nicht vorlag.

Unterdessen machte Kalayci im Gesundheitsausschuss deutlich, dass unter den Corona-Neuinfizierten in Berlin der Anteil jüngerer Menschen steigt. "Bei den neu Infizierten beobachten wir, dass im Durchschnitt weniger Ältere betroffen sind, stärker im Bereich Altersgruppe Kinder und deren Eltern, aber auch Jugendliche." Der Altersdurchschnitt der Neuinfizierten liege bei etwa 40 Jahren und sinke bereits seit einiger Zeit. Im Bundesdurschnitt sind Menschen, die sich mit dem Coronavirus anstecken, laut Kalayci 49 Jahre alt.

Die beiden größeren Corona-Ausbrüche in zwei "Problem-Immobilien" in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg mit einer Bewohnerschaft in beengten Wohn- und schwierigen sozialen Verhältnissen seien "eingrenzbar und lokalisierbar" gewesen. "Wir sehen keine Streuung bei diesen Ereignissen", stellte die Senatorin fest. In Friedrichshain-Kreuzberg lag der Altersdurchschnitt der 54 positiv getesteten Hausbewohner ihr zufolge bei 19,5 Jahren.

Am Sonntag war die Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Berlin gegenüber dem Vortag um acht auf 8175 gestiegen. 7217 Menschen sind laut Gesundheitsverwaltung genesen und 745 aktuell krank. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben bisher 213 Menschen.

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