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Volle Bäder und vier Badetote am Wochenende

Berlin  

Volle Bäder und vier Badetote am Wochenende

10.08.2020, 12:08 Uhr | dpa

In Berlin sind am vergangenen Wochenende mindestens vier Menschen bei Badeunfällen gestorben. Neben einem von der Feuerwehr gemeldeten Badetoten am Teufelssee berichtete die Polizei am Montag von drei weiteren Toten. Laut Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist Selbstüberschätzung eine häufige Ursache für Badeunfälle. Weil die Freibäder der Berliner Bäderbetriebe momentan nur begrenzte Kapazitäten haben, drängen sich die Badegäste an anderen, auch unbewachten, Badestellen umso mehr.

Ein 30-Jähriger, der am Samstag im Plötzensee verunglückte und ein 28-Jähriger, der am Sonntag im Großen Spektesee ertrank, überlebten trotz Reanimationsversuchen nicht. Darüber hinaus verunglückte laut Polizei am Sonntagabend ein Mann im Malchower See. Zu ihm konnte die Polizei noch keine weiteren Angaben machen, da noch ermittelt werde.

"Viele halten sich nicht an die klassischen Baderegeln", sagte DLRG-Sprecher Christopher Wellner. Man solle beispielsweise nicht mit erhitztem Körper ins kalte Wasser gehen. "Dann kann der Kreislauf schnell schlapp machen", so Wellner. Bei Kindern sei es häufig problematisch, dass die Eltern sie nicht im Blick hätten.

Von Donnerstagabend bis Sonntagabend rückten die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer zu knapp 150 Einsätzen auf den Berliner Gewässern aus. Zehn Mal wurde die DLRG zu Ertrinkungsfällen alarmiert. An jedem Einsatztag seien 200 Retter unterwegs. Sie sind an 26 Stationen in Berlin im Dienst und überwachen mit ihren 40 Rettungsbooten bei Streifen auch Badestellen ohne Rettungsschwimmer.

"Die Leute gehen überall dort baden, wo Lücken im Schilf sind. Wir können allerdings nicht alle Stellen überwachen", so Wellner. Ein Grund dafür seien die stark begrenzten Kapazitäten in den Schwimmbädern der Berliner Bäderbetriebe (BBB) und die gleichzeitig hohen Temperaturen. Auch die neue Woche hält laut Deutschem Wetterdienst für Berlin und Brandenburg schwüle Temperaturen mit bis zu 34 Grad sowie viel Sonne bereit.

Dem BBB-Sprecher Matthias Oloew zufolge dürfen derzeit nur 16 800 Badegäste pro Tag in die Bäder gelassen werden. "Wir können die Kapazitäten leider nicht ausweiten und bedauern das sehr", sagte Oloew. Vor Corona habe es keine Beschränkungen gegeben, so dass beispielsweise Spitzenwerte von rund 82 000 Badegästen an einem Tag erreicht wurden. Karten dürfen derzeit nur im Internet verkauft werden, damit sich an den Kassen keine Schlangen bilden. "Allerdings gibt es jetzt Schlangen am Beckenrand", so Oloew. Auch dort sei die Zahl der Badegäste reglementiert.

Insgesamt sei die Stimmung in den Bädern aber viel entspannter als sonst. "Es gibt weniger Stressfaktoren", so Oloew. Dadurch, dass große Rutschen und Sprungtürme gesperrt seien, fielen auch Konflikte mit Gästen weg, die nur schwimmen wollen.

Offiziell endet laut Oloew die Freibadsaison Ende August. Ob Bäder teilweise noch darüber hinaus öffnen, werde geprüft. Auch die Eröffnung der Schwimmhallen werde derzeit geplant. Vieles sei noch unklar. "Eine Hallenbadsaison, wie wir sie bisher kannten, ist unter dem Vorzeichen der Corona-Pandemie nicht zu erwarten", so Oloew.

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