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Nachdrucke von Kunstwerken "versilbert": Bewährungsstrafen

Berlin  

Nachdrucke von Kunstwerken "versilbert": Bewährungsstrafen

13.08.2020, 13:58 Uhr | dpa

Nachdrucke von Kunstwerken "versilbert": Bewährungsstrafen. Justitia

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Weil sie wertlose Nachdrucke von Kunstwerken als angeblich lizensierte Reproduktionen verkauft haben, sind eine damalige Berliner Auktionatorin und ein Kunsthändler verurteilt worden. Das Landgericht verhängte Strafen von jeweils einem Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung gegen die geständigen Angeklagten. Sie sollen zudem Geldauflagen zahlen - die 66-jährige Frau 1500 Euro, der 53-jährige Mitangeklagte 3000 Euro. Beide hätten sich des gewerbsmäßigen Betrugs in 40 Fällen sowie der Urkundenfälschung schuldig gemacht, begründete das Gericht am Donnerstag.

Die illegalen Geschäfte mit Grafiken und Drucken, deren Herstellung nicht durch Rechteinhaber autorisiert und die mit falschen Echtheitszertifikaten versehen waren, liegen rund zehn Jahre zurück. "Die bedruckten Blätter hatten einen tatsächlichen Produktionspreis von zehn bis zwanzig Euro", hieß es im Urteil. Die Angeklagten hätten sie "versilbert" und bis zu 4000 Euro für nicht lizensierte und wertlose Drucke kassiert. Der Verkauf sei über die damaligen Berliner Auktionshäuser der 66-Jährigen gelaufen. Der Gesamtschaden liege in den nun verurteilten Fällen bei rund 30 000 Euro. Viele andere mutmaßliche Taten seien verjährt.

Im März 2010 hatte der 53-Jährige laut Anklage eine unerlaubt hergestellte und falsch signierte Reproduktion "Gerhard Richter - Mao" an die 66-Jährige zum Verkauf als "Richter handsignierter Mao" zum Mindestpreis von 4000 Euro übergeben. In anderen Fällen seien Kunstwerke von Pablo Picasso, Joseph Beuys oder Salvador Dalí im einfachen Offsetdruck reproduziert, mit falschen Zertifikaten versehen und als angebliche Lithografien verkauft worden.

Ein ursprünglich mitangeklagter 65-Jähriger soll die Fälschungen hergestellt haben. Weil der Mann aus gesundheitlichen Gründen nicht verhandlungsfähig sei, wurde sein Verfahren abgetrennt. Dem jetzigen Urteil war eine Verständigung der Prozessbeteiligten vorausgegangen.

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