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Schon vor Testpflicht mehr Corona-Tests durchgeführt

Berlin  

Schon vor Testpflicht mehr Corona-Tests durchgeführt

15.08.2020, 08:49 Uhr | dpa

Schon vor Testpflicht mehr Corona-Tests durchgeführt. Corona-Test

Eine Reisende wird im Corona-Testzentrum getestet. Foto: Christoph Schmidt/dpa (Quelle: dpa)

Bereits in den Wochen vor dem Start der Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist die Zahl der Coronavirus-Tests in Berlin deutlich gestiegen. Mehr als 46 000 Menschen wurden allein in der 32. Kalenderwoche Anfang August getestet, rund 37 000 in der Woche zuvor. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Herbert Mohr (AfD) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Von Ende Juni bis Ende Juli hatte die Zahl der Tests pro Woche demnach relativ konstant bei um 30 000 gelegen.

Rückkehrer aus Risikogebieten, die nicht schon bei der Einreise ein aktuelles negatives Test-Ergebnis vorweisen können, müssen sich seit 8. August testen lassen - Daten aus der vergangenen Woche waren in der Anfrage aber noch nicht enthalten. Bereits seit Ende Juli waren in Berlin Teststellen für freiwillige Tests bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten eingerichtet worden, etwa am Flughafen Tegel. Auch Arztpraxen weiteten Testangebote für diese Gruppe aus.

Laut einem Sprecher der Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung sind in den Zahlen auch Tests enthalten, die am Flughafen Schönefeld genommen wurden, der auf Brandenburger Gebiet liegt. Die dortige Teststelle wird von der Charité betrieben, die Abstriche werden in Berlin ausgewertet.

Aus den Angaben des Senats ergibt sich, dass die meisten Tests negativ ausfielen: Der Anteil der positiven Tests schwankte zwischen rund 0,6 Prozent in Kalenderwoche 29 und ungefähr einem Prozent in den Kalenderwochen 27, 31 und 32.

Auf eine Frage des Abgeordneten Mohr zur Kritik eines Laborverbands an anlasslosen Testungen erklärte der Senat: "Die Anzahl von Infektionen muss so gering wie möglich gehalten werden, deshalb ist auch eine Testung von Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrern epidemiologisch und zum Schutz der Bevölkerung sinnvoll." Zur Aussagekraft von Tests wurde betont, diese könnten "immer nur eine Momentaufnahme darstellen".

Eine Ausweitung der Testindikationen etwa für Reiserückkehrer oder eine Erhöhung der Testzahl können zu einem Anstieg der registrierten Neuinfektionen führen, da zuvor unentdeckte Fälle erkannt würden, hatte das Robert Koch-Institut kürzlich auf Anfrage erklärt. "Das heißt aber nicht, dass umgekehrt die steigenden Fallzahlen nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären sind."

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