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"NSU 2.0" in Berlin: Polizeirechner offenbar für Datenabfrage genutzt

Rechtsextreme Drohschreiben  

Spur des "NSU 2.0" führt offenbar auch nach Berlin

27.08.2020, 11:33 Uhr | t-online, dak, dpa

"NSU 2.0" in Berlin: Polizeirechner offenbar für Datenabfrage genutzt. Ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarität mit den Betroffenen des NSU 2.0": Im Zusammenhang stehende Datenabfragen von Polizei-PCs soll es auch in Berlin gegeben haben. (Quelle: dpa/picture alliance/Arne Dedert/Symbolbild)

Ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarität mit den Betroffenen des NSU 2.0": Im Zusammenhang stehende Datenabfragen von Polizei-PCs soll es auch in Berlin gegeben haben. (Quelle: picture alliance/Arne Dedert/Symbolbild/dpa)

Zahlreiche Personen haben Drohschreiben des "NSU 2.0" erhalten. Die Spur hat die Ermittler zu Computern in hessischen Polizeidienststellen geführt. Sie führt aber noch weiter – unter anderem nach Berlin.

Mehr als 99 Schreiben mit der Signatur "NSU 2.0" sind an Personen des öffentlichen Lebens – oft Frauen – geschickt worden. Während der Ermittlungen ist bekant geworden, dass zahlreiche persönliche Daten der Empfänger von Polizei-Computern in Hessen abgerufen wurden. Der Rechercheverbund von WDR und "Süddeutscher Zeitung" berichtet nun auch von verdächtigen Zugriffen unter anderem in Berlin und Hamburg.

Nach Informationen der beiden Medien sollen im März 2019 Daten der Künstlerin Idil Baydar an einem Berliner Polizei-Computer abgerufen worden sein. Zeitgleich habe es auch eine Abfrage in Wiesbaden gegeben. Die Kabarettistin erhielt daraufhin ein Drohschreiben – unterschrieben vom "NSU 2.0".

"Täter war in Berlin"

Die Berliner Polizei habe sich zu dem Vorwurf nicht äußern wollen und an die Frankfurter Staatsanwaltschaft verwiesen. Dort wolle man sich aber "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht zu dem Fall äußern. Im Gespräch mit den Journalisten äußert Baydar den Verdacht, der Täter war kurz vor dem Senden des Drohschreibens in Berlin. Darin werde nämlich Bezug auf ein Plakat genommen, dass zu der Zeit nur in der Hauptstadt gehangen habe.

Wie der RBB berichtet, sind in Berlin in den vergangenen zwei Jahren etwa 50 Strafverfahren eingeleitet worden, weil der Verdacht des Verstoßes gegen das Landesdatenschutzgesetz vorlag. Ein Großteil der Verfahren wurde demnach wieder eingestellt.

Verwendete Quellen:

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