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Senatorin über Kältehilfe: Abstand kostet neues Geld

Berlin  

Senatorin über Kältehilfe: Abstand kostet neues Geld

23.09.2020, 15:15 Uhr | dpa

Senatorin über Kältehilfe: Abstand kostet neues Geld. Elke Breitenbach

Elke Breitenbach, Berlins Sozialsenatorin. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Die Kältehilfe für Obdachlose in Berlin steht nach Einschätzung von Sozialsenatorin Elke Breitenbach durch die Corona-Pandemie vor einer "völlig neuen Situation". Die Übernachtungsplätze seien immer sehr eng belegt gewesen: Matratze an Matratze, Bett an Bett. Dies müsse nun entzerrt werden, was neues Geld koste, sagte die Linke-Politikerin am Mittwoch zum Auftakt einer Videokonferenz unter anderem mit der Kältehilfe-Koordination.

Den Trägern entstünden nach wie vor Kosten: unabhängig davon, ob ihre Einrichtungen halb oder voll belegt seien, erläuterte Breitenbach. Man sei mit der Finanzverwaltung im Gespräch. Ein weiterer Nachtragshaushalt werde diskutiert und beschlossen, vermutlich nach den Herbstferien, so die Senatorin. Sie sagte, sie sei optimistisch. Abgerechnet wird die Kältehilfe über die Bezirke.

Die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, in der mehrere Träger der Kältehilfe organisiert sind, forderten am Mittwoch in einer Mitteilung "umgehend Planungssicherheit", vor allem in Bezug auf die Finanzierung und Hygienekonzeptionen. Die Kältehilfe stehe in diesem Jahr vor besonderen Herausforderungen, "denn die Pandemie ist noch längst nicht überstanden".

Die Kältehilfesaison startet am 1. Oktober mit 500 Übernachtungsplätzen, wie es kürzlich aus der Sozialverwaltung hieß. Das Angebot soll in den darauffolgenden Wochen nach und nach weiter erhöht werden. Manche Einrichtungen bleiben in dieser Saison wegen der Pandemie geschlossen. Man wolle aber wie in den Vorjahren die bisherige Kapazität von mehr als 1000 Notübernachtungsplätzen in der Stadt anbieten, hatte die Sozialverwaltung betont. Weitere Unterkünfte seien in Planung. Gespräche liefen etwa mit Hostels, hieß es in der Videoschalte.

Die Koordinierungsstelle sieht nach eigener Darstellung ein Dilemma darin, den Infektionsschutz zu vereinbaren mit dem Ziel, möglichst viele Obdachlose zu erreichen. Für den 30. September ist die 4. Strategiekonferenz zur Wohnungslosenhilfe geplant.

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