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Hertha vor Bayern-Woche: Cunhas Stolz und Labbadias Sorgen

Berlin  

Hertha vor Bayern-Woche: Cunhas Stolz und Labbadias Sorgen

26.09.2020, 15:09 Uhr | dpa

Hertha vor Bayern-Woche: Cunhas Stolz und Labbadias Sorgen. Bruno Labbadia

Herthas Trainer Bruno Labbadia. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Für Bruno Labbadia kommt es in der Woche vor dem Gastspiel beim Überverein FC Bayern München knüppeldick. Herthas Comeback mit Fans im eigenen Stadion ging daneben, dem Team fehlen Robustheit, Kontinuität und Führungskräfte. U21-Nationalspieler Arne Maier wird mit einer erneuten Innenbandverletzung wieder lange fehlen. Und wenn der Trainer von Hertha BSC am Montag um 15.30 Uhr im Berliner Olympiapark die Trainingswoche eröffnet, wird er auch noch getrieben von den Sorgen über die Spieler-Abstellungen in der folgenden Länderspiel-Periode. Dennoch will Labbadia seinen Kurs konsequent weitergehen. "Wir sind nicht irritiert", betonte der 54-Jährige.

"Wir müssen davon wegkommen, dass wir permanente Endabrechnungen machen nach jedem Spiel", erklärte der erfahrene Coach, der für die schwache Leistung seines Teams beim 1:3 am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt nur schwer Erklärungen fand. "Ich bin ein Trainer, der sagt, was er fühlt. Und ich fühle, dass wir in der Entwicklung sind", bemerkte Labbadia. Deshalb solle man nicht gleich von "Weltklasse sprechen nach einem Sieg" und nach einer Niederlage "nicht gleich alles niederschreien".

4:5-Aus im Pokal bei Zweitliga-Aufsteiger Braunschweig, 4:1-Sieg in Bremen und nun der Rückschlag gegen eine robuste und clevere Frankfurter Eintracht - der Neuaufbau stockt. Hertha-Torwart Alexander Schwolow sprach "kurz und knapp" von einer "verpennten" ersten Halbzeit und einem Spiel "fast wie eine Schülermannschaft".

Labbadia reagierte: "Wir haben das schon klar aufgearbeitet, haben die Fehler aufgezeigt." Vor allem an einer besseren "Körperlichkeit" soll seine Mannschaft bis zum Sonntag arbeiten, dann warten die Bayern. "Wir müssen konsequenter sein und toporganisiert."

Denn allein mit Kampf wird auch Hertha in München nicht bestehen. "Nur mit Körperlichkeit wird man bei Bayern nicht hinkommen. Sie sind momentan die beste Mannschaft der Welt. Was die auszeichnet, ist, dass sie unfassbar guten Fußball spielen können und darüber hinaus auch ihre Zweikämpfe gewinnen", weiß Labbadia. Eigentlich wollte Hertha in München als Sechs-Punkte-Inhaber antreten und sehen, was dann möglich ist. Jetzt muss Labbadia auch viel fürs Selbstbewusstsein tun.

Beispiel Matheus Cunha: Der junge Brasilianer, zweifellos ein Unterschiedsspieler im Hertha-Kader, brachte wie viele seiner Kollegen gegen Frankfurt sein Potenzial nicht auf den Platz. Die erstmalige Einladung zur brasilianischen A-Nationalelf habe den 21-Jährigen eher gehemmt als beflügelt, bemerkte Labbadia. Nun soll Cunhas Stolz zu positiver Energie werden. "Wenn man Brasilianer kennt, weiß man, welche Bedeutung die Nationalmannschaft für ihn hat."

Allerdings kommen auf Hertha damit auch neue Probleme hinzu, wenn Cunha in Corona-Zeiten zu den Partien nach Südamerika reist. Ohnehin fürchtet Hertha bei den Abstellungen zu den Länderspielen größere Probleme. "Das wird sicher noch ein Thema, da wir unterschiedliche Auslegungen in Deutschland haben durch die Gesundheitsämter", erklärte Labbadia. Vor allem bei Reisen in Corona-Risikogebiete sind Spieler bei ihrer Rückkehr von Quarantäne-Auflagen bedroht.

Der Trainer warnte sogar vor einer "totalen Wettbewerbsverzerrung", wenn Vereine auch Anfang Oktober von unterschiedlichen Bewertungen der Gesundheitsämter betroffen sind: "Ich bin gespannt, wie das geregelt wird." Nach der ersten Länderspiel-Periode musste Krzysztof Piatek nach dem Nations-League-Spiel mit Polen in Bosnien-Herzegowina in eine fünftägige Quarantäne und konnte in der ersten DFB-Pokalrunde nicht mitwirken. Da habe man schon gesehen, "dass wir allein gelassen wurden, obwohl es klare Regelungen gibt", meinte Labbadia.

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