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Siegesmund: Viele Ausschlusskriterien für Endlager

Berlin  

Siegesmund: Viele Ausschlusskriterien für Endlager

28.09.2020, 15:00 Uhr | dpa

Siegesmund: Viele Ausschlusskriterien für Endlager. Anja Siegesmund (Die Grünen), Umweltministerin von Thüringen

Anja Siegesmund (Bündnis90/Die Grünen), Umweltministerin von Thüringen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Thüringen wird nach Angaben von Umweltministerin Anja Siegesmund die Suche nach einem Standort für ein Atom-Endlager konstruktiv begleiten. "Unsere Aufgabe ist es, geologische Daten zu liefern, weil die Suche auf wissenschaftlichen Kriterien basiert", sagte die Grünen-Politikerin am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Dafür seien extra drei weitere Geologen eingestellt worden.

Nach dem jetzt vorliegenden Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung kommen etwa 90 Regionen in Deutschland für ein Atom-Endlager infrage, darunter vier Regionen mit einer Fläche von immerhin 9105 Quadratkilometern in Thüringen.

Siegesmund wollte mit Verweis auf das verabredete Verfahren keine Einschätzung abgeben, ob Thüringen für ein Atom-Endlager überhaupt infrage kommt. Sie verwies jedoch darauf, dass es eine Reihe von Ausschlusskriterien gibt, die auf Thüringen zutreffen könnten. Dazu gehörten der Einfluss von früherem Bergbau, seismische Aktivitäten sowie großräumige Vertikalverschiebungen. "Es ist ein sehr mühsames Verfahren, das jetzt begonnen hat, und ein langer Weg."

Nach ihren Angaben hat Thüringen eine Fachgruppe gebildet, die das Verfahren begleiten soll. Zu den sechs Fachleuten würden auch Vertreter der Städte, Gemeinden und Kreise hinzugezogen, kündigte sie an.

Thüringens Innenminister und neuer SPD-Chef Georg Maier sprach sich gegen einen Standort in Ostdeutschland aus. "Bei der Endlagersuche muss auch einbezogen werden, dass die Atomwirtschaft stark westdeutsch geprägt war und beispielsweise auch die Gewerbesteuern dort vereinnahmt wurden", erklärte er. "Jetzt den Atommüll weitgehend in Ostdeutschland endzulagern, wäre ungerecht."

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