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Angriff auf Gebäude vom RKI: Fall für Staatsschutz

Berlin  

Angriff auf Gebäude vom RKI: Fall für Staatsschutz

26.10.2020, 13:35 Uhr | dpa

Angriff auf Gebäude vom RKI: Fall für Staatsschutz. Eine zerbrochene Fensterscheibe und Rußspuren am Gebäude des RKIs

Eine zerbrochene Fensterscheibe und Rußspuren am Gebäude des RKIs. Foto: Annette Riedl/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach dem Brandanschlag auf ein Gebäude des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin sind bislang keine Tatverdächtigen bekannt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Ermittelt wird wegen versuchter Brandstiftung.

Gegen die Fassade waren laut Polizei in der Nacht zum Sonntag Brandsätze geworfen worden. Verletzt wurde niemand. Ein Sicherheitsmitarbeiter hatte demnach mehrere Personen gesehen, die Flaschen geworfen hätten. Darin soll eine brennbare Flüssigkeit gewesen sein. Der Mitarbeiter konnte die Flammen löschen. Die Verdächtigen flüchteten.

Weil es sich um eine Liegenschaft des RKI handelt, wird laut Polizei auch eine politische Motivation geprüft. Betroffen war ein Institutsgebäude im südlichen Stadtbezirk Tempelhof-Schöneberg, nicht das Hauptgebäude im Nordwesten der Hauptstadt.

Das RKI ist eine Gesundheitsbehörde, die auch für Infektionskrankheiten wie etwa Covid-19 zuständig ist. Die Einrichtung spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Das Institut wollte sich am Montag auf dpa-Anfrage nicht äußern und verwies auf das Landeskriminalamt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich erschüttert. "Wie verblendet muss man sein, um Brandsätze gegen eine solche Institution zu werfen?" Das RKI sei eine der ältesten biomedizinischen Forschungseinrichtungen der Welt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten das Ziel, die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen. Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Visier genommen werden, würden damit die Grundlagen einer aufgeklärten, auf Forschung und Fakten basierten Gesellschaft in Frage gestellt, so Geisel. Sollte sich herausstellen, dass das Tatmotiv in Verbindung mit der Arbeit des RKI im Rahmen der Corona-Pandemie steht, "dann ist hier die rote Linie überschritten".

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