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Demonstration gegen "Liebig34"-Räumung

Berlin  

Demonstration gegen "Liebig34"-Räumung

31.10.2020, 20:59 Uhr | dpa

Demonstration gegen "Liebig34"-Räumung. Mehrere Streifenwagen der Polizei stehen aufgereiht nebeneinander

Mehrere Streifenwagen der Polizei stehen aufgereiht nebeneinander. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Die Berliner Polizei hat bei einem Aufzug von rund 1000 linken und linksradikalen Demonstranten 20 Personen vorübergehend festgenommen. 600 Einsatzkräfte begleiteten am Samstagabend in Friedrichshain den Protest gegen Räumungen von Wohnungen und den Kapitalismus, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Insgesamt seien 32 Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden, unter anderem wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch und Angriffen auf Polizeibeamte. Laut Polizei wurden sieben Einsatzkräfte verletzt.

Die Demonstranten zogen auch an dem kürzlich geräumten Haus Liebigstraße 34 vorbei, das seit langem ein Symbol der linksextremen Szene in Berlin ist. Nach Angaben der Polizei wurden Flaschen und Steine auf Polizisten geworfen. Demnach schob eine etwa 15-köpfige Gruppe einen Baucontainer auf die Kreuzung Liebigstraße/Rigaer Straße, legte Reifen dazu und zündete diese sowie den Container an.

Die Demonstranten zogen mit Transparenten mit Aufschriften wie "United we fight" zunächst durch die Straßen rund um den Boxhagener Platz. Unter ihnen waren auch einige Dutzend Linksautonome in schwarzer Kleidung und mit Vermummung. Die Menschen skandierten: "Yuppieschweine raus aus den Kiezen." Immer wieder zündeten Teilnehmer Böller. Von Dächern am Rand der Strecke wurden Feuerwerksraketen in den Himmel geschossen.

Als die Demonstration durch die Rigaer Straße am teilweise besetzten Haus Nr. 94 zur Liebigstraße 34 zog, hing dort ein großes Transparent an langen Leinen vom Dach herab: "L34FOREVER". Auf dem Dach und umliegenden Dächern standen Menschen und zündeten bengalisches Feuer, schossen Raketen in die Luft und warfen Farbbeutel auf die Straße.

Polizisten betraten das Haus und entfernten aus einigen Fenstern heraus das Transparent. Dann überprüfte die Polizei, ob sich Menschen im Innern aufhielten. "Wir haben das Haus gemeinsam mit dem Sicherheitsdienst begangen, Personen wurden dort nicht festgestellt", twitterte sie. Mit einem Scheinwerferwagen leuchtete die Polizei die Kreuzung und benachbarte Häuser aus. Gegen 22.00 Uhr endete die Demonstration und die Menge zerstreute sich.

Im Internet vermuteten manche Nutzer, das Haus sei erneut zum Teil besetzt worden. Über den Twitter-Kanal "Liebig34bleibt" wurde am späten Abend aber mitgeteilt: "Nicht wieder besetzt. Dennoch: eine mega starke Aktion!!! Liebig 34 lebt! Ungebrochen Unversöhnlich!"

Das besetzte Haus "Liebig 34" war nach jahrelangem Streit und mehreren Prozessen am 9. Oktober mit Hilfe eines Großaufgebots der Polizei geräumt worden. Die Bewohnerinnen bezeichneten sich als anarchistisch und feministisch. Am Abend kam es bei einer Demonstration zu Gewaltausbrüchen.

Knapp zwei Wochen danach zündete eine Gruppe vermummter Täter einen großen Haufen Müll und Fensterrahmen vor dem Haus an. Meterhohe Flammen schlugen empor. Zu dem Zeitpunkt waren auch drei Wachleute im Haus. Niemand wurde verletzt. Die Feuerwehr löschte den Brand.

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