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Aber bitte mit Wassermelone: Berlins Eisbärin Hertha wird 2

Berlin  

Aber bitte mit Wassermelone: Berlins Eisbärin Hertha wird 2

28.11.2020, 11:06 Uhr | dpa

Aber bitte mit Wassermelone: Berlins Eisbärin Hertha wird 2. Eisbärdame Hertha

Die junge Eisbärin Hertha spielt in ihrem Gehege im Tierpark. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Ein Sprung ins kalte Wasser? Das sei im Winter nicht ganz so das Ding der jungen Berliner Eisbärin Hertha, sagt Florian Sicks, Kurator im Tierpark der Hauptstadt. Zum Planschen möge sie es gern wärmer. Am 1. Dezember wird Hertha zwei Jahre alt. Aus dem tapsigen schneeweißchen Bärchen ist ein stattlicher 180 Kilo schwerer Teenager geworden. Ohne Bad im Wassergraben sieht Hertha nun auch oft eher grau aus, vom Herumwälzen. Ganz ausgewachsen ist sie noch nicht. Hertha sei von ihrer Mutter Tonja noch deutlich zu unterscheiden, sagt Sicks. Als erwachsen gelten Eisbären erst zwischen vier und fünf Jahren. Junge bekommen sie meist erst ab sechs.

An der Mutter-Tochter-WG im Tierpark, beliebtes Ziel vieler Besucher, wird sich so schnell nichts ändern. Denn im europäischen Zuchtprogramm für Zoos sind weitere Würfe im Moment nicht vorgesehen. In den Tiergärten gibt es genug Eisbären. Deshalb wird Tonja wohl noch eine ganze Weile auf ihren Partner Wolodja warten müssen, der zur Zeit im Rotterdamer Zoo lebt. Dass er später einmal zurückkommt - und Hertha vielleicht Geschwister bekommt - hält Sicks jedoch nicht für ausgeschlossen. Tonja ist mit elf Jahren noch jung. In Zoos können Eisbären locker 30 Jahre alt werden. Hertha war nach drei Jahren das erste überlebende Junge des Eisbären-Paars, das ursprünglich aus russischer Zoo-Zucht stammt.

Das Mutter-Tochter-Verhältnis gilt als sehr harmonisch. So gibt es keinen Grund, das immer noch verspielte Jungtier nun auszuquartieren. Hertha sei ein richtiges Riesenbaby, das immer noch an Mamas Zitzen wolle, berichtet Sicks. Auch, wenn sie dafür schon viel zu groß sei. "Milch schmeckt ihr halt", ergänzt Sicks. Auch sonst hat Hertha einen eher ausgefallenen Geschmack. Sie steht auf Wassermelone, die in freier Wildbahn wohl kaum auf ihrem Speisezettel stünde. Darum gibt es die Leckerei auch nur ganz selten - zum Geburtstag am Dienstag zum Beispiel, neben Äpfeln, Birnen, Karotten und Herthas Lieblingsfisch: Saibling.

Einen richtigen Berliner Winter hat Hertha in ihren zwei Jahren noch nicht erlebt. Sie sah bisher kaum eine Schneeflocke, geschweige denn eine echte Eisscholle in ihrem Wassergraben. Es war einfach zu mild. Sicks hofft, dass es dieses Jahr etwas wird mit echtem Eisbärenwetter.

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