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Neonazi-Gruppe "Wolfsbrigade 44" verboten: Durchsuchungen

Berlin  

Neonazi-Gruppe "Wolfsbrigade 44" verboten: Durchsuchungen

01.12.2020, 12:05 Uhr | dpa

Neonazi-Gruppe "Wolfsbrigade 44" verboten: Durchsuchungen. Blaulicht

Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Das Verbot der Neonazi-Gruppe "Wolfsbrigade 44" ist von Durchsuchungen im Sauerland begleitet worden. In Winterberg und Medebach seien am Morgen drei Objekte durchsucht worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in Düsseldorf. Zwei der elf Mitglieder der Vereinigung wohnten dort. Es seien Mobiltelefone und Drogen sichergestellt worden. In NRW seien "mehr als zehn" Polizisten und ein Diensthund im Einsatz gewesen.

Die Gruppe sei "eindeutig rechtsextremistisch und antisemitisch", sagte Reul. Unter den NRW-Mitgliedern sei auch der Vize-Präsident und Schatzmeister der Gruppe. Die "Wolfsbrigade" ist die vierte rechtsextreme Vereinigung, die Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in diesem Jahr verboten hat. Schwerpunkt der Durchsuchungsaktion war Hessen.

Wie Reul ausführte, verherrliche die verbotene Gruppe die NSDAP, werbe vor schwarzem Hakenkreuz "für die alte Fahne". "Ihre Mitglieder tragen nationalsozialistisches Gedankengut offen zur Schau", die Bundesrepublik werde von ihnen als "Judenrepublik" tituliert. "Das ist widerwärtigste Nazi-Symbolik und -Rhetorik", sagte Reul. Er sei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dankbar für das Verbot. "Der Staat zeigt klare Kante gegen rechts."

Am frühen Morgen hatten laut Bundesinnenministerium insgesamt 187 Einsatzkräfte in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen Wohnungen der insgesamt elf Vereinsmitglieder durchsucht. Insgesamt seien 25 Objekte durchsucht worden.

Ziel der Razzien war die Beschlagnahmung von Vereinsvermögen sowie möglicher rechtsextremistischer Propagandamittel. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Vormittag wurden auch Waffen gefunden, und zwar Einhandmesser, eine Armbrust, Bajonette und eine Machete, sowie Hakenkreuze und NS-Devotionalien, zudem digitale Beweismittel und Speichermedien.

Die Gruppe soll Mitglieder in vier Bundesländern haben. "Die Vereinsmitglieder bekannten sich offen zu Adolf Hitler und strebten die Wiedereinrichtung eines NS-Staats unter Abschaffung des demokratischen Rechtsstaats an", erklärte das Bundesinnenministerium.

"Prägend für den Verein war insbesondere sein martialisches Auftreten, der stark ausgeprägte Rassismus und Antisemitismus sowie die kämpferisch-aggressive Grundhaltung, die er öffentlich und in sozialen Medien propagierte, um seine menschenverachtende Ideologie zu verbreiten und weitere Unterstützer zu gewinnen."

Die Zahl 44 im Namen der Neonazi-Gruppe steht als Code für den vierten Buchstaben im Alphabet - DD als Abkürzung für "Division Dirlewanger" und bezieht sich auf einen als besonders sadistisch berüchtigten Kriegsverbrecher und Kommandeur einer Sondereinheit der Waffen-SS, Oskar Dirlewanger.

Die Gruppe, die seit 2016 existiert und anfangs unter dem Namen "Sturmbrigade 44" aktiv war, verfügt nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörde über eine feste Struktur. Nach Angaben von Reul handelt es sich bei der "Sturmbrigade" um den bewaffneten Arm innerhalb der "Wolfsbrigade".

Anfang 2018 war in einem Zug eine Tasche mit Waffen und einem T-Shirt mit dem Aufdruck "Sturmbrigade 44 Köthen-Anhalt" gefunden worden. Im Zuge eines Ermittlungsverfahrens des Generalbundesanwalts wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung hatte es bereits im Juli 2019 Durchsuchungen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gegeben.

Angehörige der "Wolfsbrigade 44" haben sich an rechtsextremen Demonstrationen beteiligt. Zu den von ihnen verwendeten Symbolen gehört ein Totenkopf. Die verbotenen Symbole zeigen unter anderem Hakenkreuze, Stahlhelme und Waffen. In diesem Jahr hat Seehofer bereits mit "Combat 18" und "Nordadler" zwei rechtsextremistische Gruppen verboten sowie eine antisemitische Reichsbürger-Vereinigung.

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