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Bund prüft GSG9-Zentrale als Standort für "Landshut"

Berlin  

Bund prüft GSG9-Zentrale als Standort für "Landshut"

01.12.2020, 18:40 Uhr | dpa

Bund prüft GSG9-Zentrale als Standort für "Landshut". Lufthansa-Maschine "Landshut"

Die Lufthansa-Maschine "Landshut". Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Als Standort für die Reste der früheren Lufthansa-Maschine "Landshut" ist ein neuer möglicher Standort im Gespräch. Die durch eine Entführung 1977 berühmt gewordene Boeing 737 könnte am Sitz der Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin-Hangelar in Nordrhein-Westfalen mit der Zentrale der Spezialtruppe GSG9 ausgestellt werden. "Wir prüfen Hangelar als Standort", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dem Magazin "Der Spiegel" nach Angaben vom Dienstag.

Falls sich kein Standort finde, an dem das komplette Flugzeug der Öffentlichkeit präsentiert werden könne, sei auch eine "dezentrale Lösung" denkbar. "Die Landshut könnte in Teilen an verschiedenen Orten ausgestellt werden. Das würde ihre Sichtbarkeit und die Erinnerung an die Opfer bundesweit sogar verstärken."

Bisher wurden mehrere mögliche Standorte etwa in Friedrichshafen, Fürstenfeldbruck oder Berlin geprüft. Der stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, Martin Gerster (SPD) hatte in der vergangenen Woche gesagt, der Ausschuss stelle 15 Millionen Euro für ein Museum für die "Landshut" am Bodensee bereit.

Die "Landshut" steht symbolisch für das, war unter der Bezeichnung "Deutscher Herbst" ein dunkles Kapitel Nachkriegsgeschichte markiert. Das Jahr 1977 war von Anschlägen gezeichnet. Nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto erreichte der Terror der "Roten Armee Fraktion" (RAF) im September einen neuen Höhepunkt. Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer wurde entführt, um die inhaftierten RAF-Leute um Andreas Baader und Gudrun Ensslin freizupressen.

Zur Unterstützung dieser Forderung brachten vier palästinensische Terroristen am 13. Oktober 1977 die "Landshut" mit 82 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt. Eine der Stationen der Entführung war Aden, wo Flugkapitän Jürgen Schumann erschossen wurde. Auf dem Flughafen der somalischen Stadt Mogadischu stürmte die GSG9 die Maschine und befreite die Geiseln unversehrt. Unmittelbar danach wurden die Leichen der RAF-Häftlinge in ihren Zellen gefunden, Schleyer wurde ermordet.

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