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Berliner Fußball wegen Corona gefangen in der Warteschleife

Berlin  

Berliner Fußball wegen Corona gefangen in der Warteschleife

17.01.2021, 12:56 Uhr | dpa

Verwaiste Plätze in Zeiten konstant hoher Infektionszahlen, leere Tribünen als Folge strenger Kontaktbeschränkungen: Wegen Corona hängt der Berliner Fußball auf unbestimmte Zeit in der Warteschleife. Gut 3000 Mannschaften zählt der Berliner Fußball-Verband (BFV). Vor der Pandemie kam man auf etwa 1500 Spiele. Zur Eindämmung des Infektionsgeschehens herrscht bei den Amateuren weiter Stillstand.

Lockerungen seien derzeit nicht in Sicht, sagte ein Sprecher der Berliner Innenverwaltung. Im Gegenteil: Konnten noch bis zuletzt draußen maximal 10 Kinder im Alter von bis zu 12 Jahren in festen Gruppen plus Betreuer trainieren, ist die Ausnahme in der Neuauflage der Berliner Corona-Regeln "ersatzlos und uneingeschränkt" gestrichen worden. Die Chancen des Berliner Sports auf eine Rückkehr zur Normalität stehen kurz vor dem auf Dienstag vorverlegten Corona-Gipfel denkbar schlecht.

Auch der Regionalligist VSG Altglienicke hängt seit Wochen in einer Warteschleife fest. Im Vergleich zu den Amateuren hat die erste Mannschaft des Vereins aus Treptow-Köpenick aber Glück: Das gemeinsame Trainieren ist für die Berufssportler aus der Regionalliga Nordost in Zeiten von Corona erlaubt. "In den nächsten Tagen werden wir uns dann darauf konzentrieren, mehr mit dem Ball zu arbeiten", sagte Geschäftsführer Marco Schröder entschlossen.

Als die Saison 2019/2020 wegen Corona abrupt abgebrochen wurde, war die VSG auf Tabellenplatz eins. Wegen der Quotientenregel, die die Zahl der absolvierten Spiele mit den gesammelten Punkten in Beziehung setzt, rutschten sie auf den zweiten Rang und verpassten so die Relegationsspiele um den Aufstieg in die dritte Liga. Erst kürzlich wurde die Spielpause seitens des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) bis Ende Februar verlängert.

Die Befürchtung, dass es durch den Stillstand im Berliner Amateursport zu einem Mitgliederschwund komme, habe sich bei der VSG Altglienicke nicht bewahrheitet. "Im Vergleich zu den Fitnessstudios liefen uns keine Mitglieder davon", sagte Schröder. Im Amateurbereich spielen unter anderem auch Handball-, Fußball- und Badmintonmannschaften unter dem Banner der VSG.

Seit Anfang November ruht der Spielbetrieb in der Regionalliga Nordost. Gestartet in die Saison 2020/2021 war FC Viktoria 1889 mit elf Siegen in elf Spielen - ein "perfekter Start", wie Sportdirektor Rocco Teichmann sagte. Bis auf ungewiss trainiere aber auch zunächst die Mannschaft von Trainer Benedetto Muzzicato weiter.

"Die Einnahmen brechen nahezu komplett weg", beschrieb Teichmann die finanziellen Folgen. Nur zwei Jahre nach der Insolvenz hatte der Verein vor kurzem ein eigenes Trainingsgelände in Berlin-Mariendorf gekauft. Derzeit befinden sich laut Teichmann auch die Spieler in Kurzarbeit. "Eine nicht signifikante Überbrückungshilfe wurde Mitte vergangenen Jahres überwiesen", sagte er auf die Frage nach staatlichen Hilfen.

Trotz der vielen Unwegsamkeiten kann auch der Berliner Fußball-Verband keinen Mitgliederschwund bei den Amateuren beobachten. Auch wenn der Trainings- und Spielbetrieb fehle, blieben die Sportler ihren Vereinen treu. "Die viel größere Gefahr ist, dass Sponsoren, wie beispielsweise mittelständische Unternehmen, die Krise nicht überstehen", betonte Präsident Bernd Schultz.

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