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Bushido wollte mit Berliner Clanchef "aufräumen"

Kein Interesse am Geschäft  

Bushido wollte mit Clanchef "aufräumen"

20.01.2021, 15:47 Uhr | dpa

Bushido wollte mit Berliner Clanchef "aufräumen". Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido: Er hat zum 14. Mal als Zeuge gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker ausgesagt. (Quelle: dpa/Paul Zinken/dpa-Zentralbild/Pool/Archivbild)

Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido: Er hat zum 14. Mal als Zeuge gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker ausgesagt. (Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/Pool/Archivbild/dpa)

14 Mal hat Rapper Bushido jetzt gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker ausgesagt. Dabei kamen neue Einzelheiten zum gemeinsamen Grundstück in Kleinmachnow ans Licht.

Rapper Bushido hat nach eigenen Angaben früher Steuererklärungen blind unterschrieben und sich wenig um Geschäftliches gekümmert. "Unser Musikgeschäft war so lukrativ, da liefen Vermietung und Verpachtung nebenbei", sagte der 42-jährige Musiker am Mittwoch als Zeuge vor dem Berliner Landgericht.

Er sei davon ausgegangen, dass der Steuerberater schon das Richtige mache. Ihn habe nur interessiert: "Wie viel muss ich zahlen?" – und ob er dabei ins Koma fallen müsse. Der Musiker, mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi, gab zu: Auch er habe beim Finanzamt schon Barquittungen vorgelegt, die falsch waren.

180.000 Euro abgehoben

Der Rapper, der wieder von Personenschützern begleitet wurde, sagte bereits zum 14. Mal als Zeuge aus. Angeklagt sind ein Berliner Clanchef und drei seiner Brüder. Auslöser des Rechtsstreits sind Straftaten, die zum Nachteil des Musikers begangen wurden. Der Hauptangeklagte Arafat Abou-Chaker ist der Ex-Geschäftspartner von Bushido. Die Anklage wirft dem 44-Jährigen Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor.

Es ging um eine gemeinsame Gesellschaft des Rappers und des Clanchefs für einen vermieteten Immobilienkomplex in Rüdersdorf. Laut Anklage soll einer der angeklagten Brüder nach Absprache mit Abou-Chaker von dem gemeinsamen Konto ohne Wissen Bushidos 180.000 Euro in bar abgehoben haben. Bushido sagte, er habe erst nach der Trennung von Arafat Abou-Chaker "aufräumen" wollen, zuvor habe er jahrelang nichts von der Gesellschaft bürgerlichen Rechts mitbekommen.

Clanchef ruft: "Der spinnt"

Bushido und Abou-Chaker waren über Jahre Geschäftspartner. Laut Anklage soll es zu den Straftaten gekommen sein, nachdem der Rapper 2017 die Beziehungen aufgelöst habe. Der Clanchef habe die Trennung nicht akzeptieren wollen. Bushido sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und attackiert worden.

Details breitete Bushido auch zu dem gemeinsamen Anwesen mit Abou-Chaker in Kleinmachnow aus. Demnach soll der Clanchef gesagt haben, mit den abgehobenen 180.000 Euro sollten Schulden für Instandsetzungsarbeiten auf Bushidos Grundstücksteil beglichen werden. "Die ganze Geschichte ist ein ganz großer Fake", so der Musiker. Bushido, der nach eigenen Angaben nie dort wohnte, berichtete, dass ein angefangener und nicht genehmigter Pool als "Betonleiche" in seinem Garten stehe.

Zuletzt hatte Bushido erklärt, er habe Abou-Chaker zunächst 1,8 Millionen Euro angeboten und sei bereit gewesen, die Summe zu erhöhen. Er habe zahlen wollen, damit er und seine Familie in Ruhe gelassen werden. Der Clanchef habe aber abgelehnt und Zahlungen bis ans Lebensende verlangt. Die Angeklagten schwiegen bisher. Abou-Chaker schüttelte auf der Anklagebank immer wieder den Kopf. Einmal unterbrach er Bushidos Aussage: "Der spinnt", rief er halblaut.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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