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Sportförderung stärker an "Integritätsmaßnahmen" knüpfen

Chemnitz  

Sportförderung stärker an "Integritätsmaßnahmen" knüpfen

22.01.2021, 16:53 Uhr | dpa

Das Bundesinnenministerium will sich zum Bericht des Deutschen Turner-Bundes (DTB) zu Vorwürfen am Olympiastützpunkt Sachsen noch nicht konkret äußern. Der Bericht sei am Vortag eingegangen und werde nun geprüft, bevor über "eventuelle eigene Schritte und Maßnahmen" entschieden werde, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der DTB hält nach einer Untersuchung von Vorwürfen von Athleten gegen die Chemnitzer Turn-Trainerin Gabriele Frehse "schwerwiegende Pflichtverletzungen" für erwiesen. Der DTB forderte daher in seiner Stellungnahme die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Olympia-Stützpunkt Sachsen. Mehrere Sportlerinnen wie die frühere Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben.

"Unabhängig vom Einzelfall ist das BMI gewillt, den Spitzensport nur zu fördern, wenn die Akteure des organisierten Sports alles Erforderliche getan haben, um einen doping-, manipulations-, korruptions- und gewaltfreien Sport zu gewährleisten", sagte die BMI-Sprecherin. "Nur ein fairer und regelkonformer Sport verdient die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand."

Die Sprecherin betonte: "Die Vorkommnisse am Olympiastützpunkt Sachsen geben darüber hinaus Anlass, neben sexualisierter Gewalt auch psychische und physische Gewaltanwendung im Spitzensport beziehungsweise brutale Trainingsmethoden verstärkt in den Blick zu nehmen, mögliche systemische oder strukturelle Ursachen zu hinterfragen und grundsätzlich die Grenzen des Erlaubten im Leistungssport zu definieren." Von den Akteuren des autonomen Sports erwarte das Ministerium dazu zeitnah "klare Aussagen".

Das BMI will die Sportförderung schrittweise an die Umsetzung von "Integritätsmaßnahmen" knüpfen. "In Bezug auf die Bekämpfung sexualisierter Gewalt wurde der Prozess bereits in die Wege geleitet", sagte die Sprecherin.

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