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"Freiräume": Minister "entsetzt" über Inzidenzwert

Berlin  

"Freiräume": Minister "entsetzt" über Inzidenzwert

19.04.2021, 09:41 Uhr | dpa

"Freiräume": Minister "entsetzt" über Inzidenzwert. Eine Ärztin zeigt einen Test für das Coronavirus

Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Das Kultusministerium will coronabedingte Lerndefizite ausgleichen und unter anderem mehr Freiräume in den Lehrplänen schaffen. "Schulschließungen belasten die Schülerinnen und Schüler nicht nur psychisch, sondern haben auch zu Wissens- und Kompetenzdefiziten geführt", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Montag. Gleichzeitig lehnte er den Kompromiss von Union und SPD im Bundestag ab, den Grenzwert für Schulschließungen von einer Inzidenz von 200 auf 165 abzusenken.

"Es entsetzt, dass das Recht der Kinder auf Bildung und Teilhabe keine Gültigkeit mehr haben soll", sagte Piwarz der "Welt". Wenn die 165er-Inzidenz der Maßstab werde, drohten Schulschließungen bis zum Sommer. "Ein so fatales Signal an Kinder und Eltern können die Abgeordneten nicht ernsthaft senden wollen", sagte Piwarz.

Um die Lücken zu schließen, soll es einen "Dreiklang an Maßnahmen" geben. Laut Ministerium sollen zunächst Lerndefizite ausgemacht und Schwerpunkte gesetzt werden. Freiräume in den Lehrplänen sollen es ermöglichen, Versäumtes nachzuholen. Der Plan wurde den Angaben zufolge mit Schulleitern, Lehrerverbänden, dem Landeselternrat und dem Landesschülerrat diskutiert.

Laut Ministerium geben die Lehrpläne verpflichtenden Stoff für rund zwei Drittel der Unterrichtszeit in einem Schuljahr vor. Um Lehrern und Schülern in der Corona-Krise mehr Flexibilität zu ermöglichen, sollen aus den Lehrplänen bis zum Sommer bestimmte Inhalte gestrichen oder anders gewichtet werden.

Nach Einschätzung der Bildungsgewerkschaft GEW greifen die Maßnahmen allerdings zu kurz. Um langfristige negative Auswirkungen der Krise zu vermeiden, forderte die GEW mehr Stellen für Lehrer, Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter. Die Lehrkräfte benötigten mehr denn je Unterstützung, um die aktuellen Herausforderungen zu stemmen, hieß es.

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